November 5, 2026 11:57 a.m. CET

Forschung zeigt

Nach zwei Tagen: Haferflocken senken den Cholesterinspiegel


Aktualisiert am 05.11.2026 – 11:06 UhrLesedauer: 3 Min.

Haferflocken mit etwas Obst: Wer zwei Tage ausschließlich Haferbrei isst, könnte langfristig profitieren. (Quelle: fcafotodigital/getty-images-bilder)

Gerade einmal zwei Tage – so kurz kann es dauern, bis sich der Cholesterinspiegel messbar verbessert. Entscheidend dabei sind Haferflocken.

Die Idee, Hafer therapeutisch einzusetzen, ist nicht neu: Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts behandelte der deutsche Arzt Carl von Noorden Diabetespatienten mit einer Haferkur und erzielte damit beachtliche Erfolge.

Eine Studie der Universität Bonn knüpft an dieses alte Wissen an: Sie zeigt, dass eine kurzzeitige Haferkur den Cholesterinspiegel überraschend stark senken kann und der Effekt sogar mehrere Wochen anhält. Die Studie wurde kürzlich im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht.

Haferflocken gegen hohe Blutfette

In der Studie verordneten die Forscher 32 Menschen mit Metabolischem Syndrom eine strikte Haferkur. Beim Metabolischen Syndrom handelt es sich um eine Kombination von Übergewicht, Bluthochdruck sowie erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten. Zwei Tage lang nahmen sie ausschließlich einen gekochten Haferbrei aus 100 Gramm Haferflocken und Wasser zu sich und das dreimal täglich. Ein wenig Obst oder Gemüse war ebenfalls erlaubt. Dadurch war die Ernährung auch kalorienreduziert. Eine Kontrollgruppe wurde ebenfalls auf eine kalorienreduzierte Diät gesetzt, die allerdings keine Haferflocken enthielt.

Haferbrei: Für den Versuch wurden die Haferflocken nur mit Wasser gekocht. (Quelle: alvarez/getty-images-bilder)

Das Ergebnis: Schon nach 48 Stunden sank der Anteil des sogenannten LDL-Cholesterins – also des besonders gefäßschädigenden Cholesterins – um rund zehn Prozent. „Das ist eine substanzielle Reduktion“, sagt Studienleiterin Marie-Christine Simon. Auch wenn es nicht ganz vergleichbar mit der Wirkung moderner Medikamente ist. Zusätzlich verloren die Teilnehmer im Schnitt zwei Kilogramm Gewicht, auch der Blutdruck sank leicht.

Haferkur könnte vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen

„Gerade die Wirkung auf das LDL-Cholesterin dürfte Gesundheitsrelevanz haben“, schreiben die Studienautoren in einer Pressemeldung zur Studie. Denn zu viel LDL-Cholesterin kann sich in den Wänden der Blutgefäße einlagern und so die Gefäße verengen und unelastischer werden lassen. Mediziner sprechen dann von einer Arteriosklerose. Das verschlechtert die Durchblutung.

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Durch hohen Blutdruck können diese Einlagerungen zudem schneller platzen. Als Folge kann sich an der betroffenen Stelle ein Blutgerinnsel bilden, der das Gefäß komplett verschließt. Wird ein solches Gerinnsel mit Blut weggeschwemmt, kann es überdies einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hervorrufen.

Wirkung über Wochen nachweisbar

Doch die kurze Haferkur wirkte nicht nur unmittelbar. Auch sechs Wochen nach der zweitägigen Kur waren die verbesserten Cholesterinwerte noch nachweisbar. Die Forschenden vermuten: Die Effekte gehen weit über die bekannten Vorteile der löslichen Ballaststoffe hinaus. Vielmehr verändert Hafer offenbar das Mikrobiom – also die Gesamtheit der Bakterien im Darm.

Gesunde Ballaststoffe in Haferflocken

Die cholesterinsenkenden Effekte von Hafer wurden bisher vor allem auf die enthaltenen Ballaststoffe zurückgeführt. Haferflocken enthalten lösliche Ballaststoffe, darunter etwa beta-Glucan. Sie können die Aufnahme von Cholesterin ins Blut verringern. In einer normalen Ernährung werden daher fünf bis zehn Gramm oder mehr lösliche Ballaststoffe pro Tag empfohlen, wenn man seinen LDL-Cholesterinspiegel senken möchte. Neben Hafer sind lösliche Ballaststoffe auch in Lebensmitteln wie Kidneybohnen, Rosenkohl, Äpfeln und Birnen enthalten.

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