November 4, 2026 3:10 p.m. CET

Gesundheitsgefahr Fettleber

Leberfett reduzieren: Abnehmen wirkt – aber nicht bei allen gleich


Aktualisiert am 04.11.2026 – 14:53 UhrLesedauer: 3 Min.

Leberschäden werden oft erst spät entdeckt. Denn das Entgiftungsorgan schmerzt nicht und viele Symptome sind unspezifisch.

Die Leber kann Fett einlagern (Symbolbild): Auf diese Weise stellt sie Energie bereit. Wenn es zu viel Fett wird, nimmt das Organ jedoch Schaden. (Quelle: Mohammed Haneefa Nizamudeen / Getty Images)

Abnehmen kann helfen, Fett in der Leber abzubauen. Eine neue Studie zeigt, dass Männer und Frauen dabei offenbar unterschiedlich viel Gewicht verlieren müssen.

Bei einer stoffwechselbedingten Fettleber, früher nichtalkoholische Fettleber genannt, sammelt sich zu viel Fett in den Leberzellen an, was die Funktion des Organs beeinträchtigt. Besonders Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas), Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen haben ein höheres Risiko für diese Form der Fettleber. Unbehandelt kann sich eine Fettleber entzünden und zu Folgeerkrankungen wie Hepatitis, Leberzirrhose oder einem Leberzellkarzinom führen.

Eine Gewichtsreduktion ist ein essenzieller Teil der Fettleberbehandlung. Wie viel Gewicht Betroffene genau verlieren müssen, hat eine aktuelle Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin untersucht. Sie fand heraus, dass es dabei offenbar keine einheitliche Antwort gibt, denn Geschlecht und weitere Risikofaktoren beeinflussen den Effekt des Gewichtsverlusts.

Fettleber vorbeugen: Frauen brauchen mehr Gewichtsverlust

Das Team untersuchte die Daten von 11.882 Menschen ohne Fettleber zu Beginn der Erhebung und 6.013 Menschen mit der Erkrankung. Dabei verglichen die Forscher die Gewichtsveränderungen mit der Entwicklung der Lebergesundheit. Auch genetische Faktoren sowie Taillenumfang und Blutfettwerte berücksichtigen sie in ihrer Auswertung.

Dabei zeigte sich: Insgesamt hing ein Gewichtsverlust mit weniger neuen Fettleber-Erkrankungen zusammen und führte dazu, dass sich bereits vorhandenes Leberfett zurückbildete. Allerdings unterschied sich die Gewichtsreduktion, die nötig ist, um einer Fettleber vorzubeugen, je nach Risikoprofil und Geschlecht. Demnach müssen Männer etwa 8 bis 11 Prozent des Ausgangsgewichts verlieren, Frauen etwa 12 bis 14 Prozent. Unabhängig vom Geschlecht profitierten Menschen mit viel Bauchfett (höherer Taillenumfang) und höherem Triglyceridspiegel im Blut am meisten, wenn sie mehr als zehn Prozent des Ausgangsgewichts verlieren.

Frank Tacke, Studienleiter und Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie an der Charité ordnet das Ergebnis ein. Ihm zufolge sind diese Werte für Betroffene gute Anhaltspunkte, wenn auch noch keine geprüften Therapieziele. Weitere klinische Studien müssten nun prüfen, ob individuell angepasste Ziele zur Gewichtsreduktion der bisherigen Versorgung überlegen sind, erklärt der Experte in einem Interview der Reihe „Paper spotlight“ der Charité.

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Leberfett reduzieren – die Gene sind ein wichtiger Faktor

Lag bereits eine Fettleber vor, ergaben sich andere Werte. Bei Menschen mit hohem stoffwechselbedingtem Risiko (etwa durch Übergewicht oder Diabetes) konnte eine Gewichtsabnahme von mindestens sechs Prozent bei beiden Geschlechtern dazu beitragen, das Leberfett zurückzubilden.

Bei einer genetischen Veranlagung hingegen lagen die Schwellen für eine Rückbildung bei Männern und Frauen weiter auseinander: Demnach müssen Männer etwa 5 Prozent des Ausgangsgewichts verlieren, Frauen etwa 13 Prozent.

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