Studie zu COPD
Können Spaziergänge auch bei schlechter Luft guttun?
05.11.2026 – 07:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Bewegung kann sich positiv auf eine COPD auswirken, verschmutzte Atemluft dagegen negativ. Was passiert, wenn beides zusammenkommt, zeigt eine neue Studie.
Regelmäßige Spaziergänge können Menschen mit COPD offenbar auch dann helfen, wenn sie in einer Großstadt mit erhöhter Luftverschmutzung leben: Das hat eine kürzlich im Fachmagazin „ERJ Open Research“ veröffentlichte Studie ergeben. Danach traten mittelschwere und schwere Krankheitsschübe bei körperlich aktiveren Betroffenen seltener auf, wobei Luftschadstoffe den Nutzen der Bewegung nicht erkennbar schmälerten.
Bewegung bei COPD empfohlen
Bei der Lungenkrankheit COPD sind die Atemwege dauerhaft verengt und entzündet. Typische Anzeichen hierfür sind Husten, Auswurf und Atemnot. Die Beschwerden können sich plötzlich deutlich verschlechtern – ausgelöst etwa durch einen Atemwegsinfekt, Luftschadstoffe oder bestimmte Wetterlagen. Solche Schübe, medizinisch Exazerbationen genannt, erfordern mitunter eine Behandlung im Krankenhaus.
Fachleute raten Menschen mit COPD dazu, regelmäßig körperlich aktiv zu sein – auch wenn es schwerfällt: Bewegung kann helfen, möglichst fit zu bleiben und die Erkrankung besser in den Griff zu bekommen. Gerade in Städten stellt sich jedoch die Frage: Kann ein Spaziergang bei erhöhter Luftverschmutzung sinnvoll sein oder überwiegt das Risiko für Exazerbationen?
Mehr Schritte, weniger Schübe
Dieser Frage ging ein Forschungsteam um Judith Garcia-Aymerich vom Institut ISGlobal in Barcelona in einer Langzeitstudie nach. An der Studie nahmen 262 Menschen mit COPD aus Städten in Großbritannien, Spanien, Belgien, der Schweiz und Griechenland teil.
Die teilnehmenden Männer und Frauen trugen eine Woche lang Sensoren, die ihre Schrittzahl und ihre Gehgeschwindigkeit erfassten. Zusätzlich werteten die Forscher aus, wie stark die Luft an den jeweiligen Wohnorten in den beiden vorangegangenen Jahren mit Schadstoffen wie Feinstaub, Ruß, Stickstoffdioxid und Ozon belastet gewesen war. Danach beobachtete das Team die Personen im Mittel knapp zwei Jahre lang.
Das Ergebnis: Bei denjenigen, die mehr Schritte pro Tag zurücklegten, kam es seltener zu mittelschweren oder schweren COPD-Exazerbationen. Pro 1.000 zusätzlichen täglichen Schritten sank die Rate solcher Schübe rechnerisch um fünf Prozent. Wie schnell die Menschen dabei gingen, spielte hingegen eine untergeordnete Rolle.
Luftschadstoffe mindern Nutzen nicht
Die Konzentrationen einzelner Luftschadstoffe unterschieden sich zwischen den Wohnorten der teilnehmenden Personen deutlich. Dennoch fand das Forschungsteam keinen Hinweis darauf, dass schadstoffbelastete Luft den Zusammenhang zwischen mehr Bewegung und weniger Exazerbationen abschwächte.
Das bedeutet nicht, dass Luftverschmutzung für Menschen mit COPD harmlos ist. Die bereits empfindlichen Atemwege können auf Schadstoffe besonders stark reagieren. Die Studie legt aber nahe, dass der gesundheitliche Nutzen regelmäßiger Spaziergänge unter den untersuchten Bedingungen nicht verloren geht.
Größere Folgestudie notwendig
Einschränkend ist allerdings zu sagen, dass die Studie vergleichsweise klein war und die unterschiedlich belasteten Regionen nicht gleichermaßen abdeckte. Daher sind weitere Untersuchungen mit mehr Betroffenen – auch aus Gebieten mit hoher Schadstoffbelastung – nötig, um die Studienergebnisse zu bestätigen und zu klären, ob Luftverschmutzung die Wirkung körperlicher Aktivität bei COPD geringfügig verändern könnte.













