Anzeichen für eine Brandstiftung
Stromausfall seit der Nacht – Tausende Menschen ohne Strom
Aktualisiert am 08.06.2026 – 11:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Wann wird in Reutlingen wieder überall Strom fließen? Nach dem Brand im Umspannwerk gibt es Hinweise auf Brandstiftung, der Schaden ist enorm.
Nach einem großflächigen Stromausfall in Reutlingen gibt es nach Angaben des Netzbetreibers Anzeichen für eine Brandstiftung in einem Umspannwerk. Es seien drei Brandstellen gefunden worden, außerdem seien der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt, sagte ein Sprecher von Netze BW. Ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg sagte, die Polizei ermittle in alle Richtungen.
LKA-Brandsachverständige seien in die Ermittlungen eingebunden. Das sei bei Vorfällen ab einer bestimmten Dimension aber üblich, erklärte er.
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Rund 10.000 Kunden weiter ohne Strom
Nach Angaben von Netze BW ist das Umspannwerk Reutlingen-West betroffen. Seit 1.45 Uhr sei das Umspannwerk ausgefallen. Fünfeinhalb Stunden später sei etwa die Hälfte der rund 20.000 betroffenen Kunden der Fairnetz GmbH, des Strom- und Gasnetzbetreibers in der Region Reutlingen, wieder versorgt.
Durch den Brand ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden. Noch sei unklar, wann die restlichen Teile der Stadt und der umliegenden Gemeinden wieder mit Strom versorgt werden könnten, hieß es weiter.
Die beiden Energieunternehmen teilen sich den Angaben zufolge das Umspannwerk. Dem Sprecher zufolge leistet Netze BW beim Wiederaufbau der Stromversorgung Amtshilfe.
Brandanschläge auf die Stromversorgung
Der Vorfall erinnert an einen mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung eines Berliner Technologieparks. Nach dem Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe ohne Strom.
Beim zweiten Anschlag am 3. Januar wurden fünf Hoch- und zehn Mittelspannungskabel auf einer Kabelbrücke zerstört. Erst am 7. Januar und damit nach rund 100 Stunden war die Stromversorgung wieder für alle Betroffenen hergestellt. Damals herrschte eisige Kälte und es lag Schnee – und der Stromausfall sorgte auch dafür, dass viele Zentralheizungen nicht mehr liefen. Tausende Berliner flüchteten zu Freunden, Bekannten und in Hotels.
In der Hauptstadt läuft seit den beiden Anschlägen eine intensive Debatte über mehr Sicherheit für die Stromversorgung. Das Land Berlin hat das Ziel ausgegeben, bis in die 2030er Jahre alle Stromkabel in Berlin unterirdisch zu verlegen. Derzeit gilt das für 99 Prozent. Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin investiert dieses Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag in Sicherheitstechnik und Wachschutz, um weitere Angriffe auf die kritische Infrastruktur zu verhindern. Zudem wird daran gearbeitet, mehr georedundante Leitungen zu verlegen – also Kabel mit derselben Aufgabe an einem anderen Ort.













