Für ihn sei „ziemlich eindeutig, dass die AfD gegen diesen Grundsatz verstößt“. Sie sei von dem Prinzip getrieben, „dass eben nicht alle Menschen gleich sind, sondern dass wir Unterschiede machen sollten“. Der Gleichheitsgrundsatz werde in der Ideologie der AfD sehr stark infrage gestellt. „Wer diesen infrage stellt, hat nichts im Bundestag verloren. Das ist gegen unsere Verfassung“, sagte Kerkeling.
Den politischen Rechtsruck beobachtet Kerkeling unter anderem auch aufgrund seiner eigenen Familiengeschichte mit Besorgnis. 2024 veröffentlichte er seine Autobiografie „Gebt mir etwas Zeit: Meine Chronik der Ereignisse“, in der er unter anderem von seinem Großvater Hermann Kerkeling berichtet. Der war wegen regimekritischer Flugblätter während der Zeit des Nationalsozialismus insgesamt zwölf Jahre in Haft, darunter etwa drei Jahre im Konzentrationslager Buchenwald.
Als Nachfahre eines Opfers der NS-Zeit hielt Hape Kerkeling am 12. April 2026 zum 81. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald eine beachtete und bewegende Gedenkrede. Er sprach über das Schicksal seines Großvaters, der im KZ Buchenwald als politischer Häftling Zwangsarbeit leisten musste und Folter erlebte.
„Wir tragen die Verantwortung“
Zudem spann Hape Kerkeling in seiner Rede einen Bogen zum heutigen politischen Rechtsruck in Form des Zulaufs der AfD, die bundesweit laut Verfassungsschutz als extremistischer Verdachtsfall gilt: „Ich stehe hier heute auch, weil mich die aktuelle politische Entwicklung in unserem Land zutiefst alarmiert. Wenn heute wieder Kräfte erstarken, die unsere Erinnerungskultur diffamieren, dann ist das ein Schlag ins Gesicht aller Opfer und ihrer Nachfahren.“ In Bezug auf die NS-Zeit sagte er: „Wir, die Bürger der Bundesrepublik Deutschland tragen keine Schuld an den Taten von damals, aber wir tragen die Verantwortung für die Konsequenzen dieser Taten im Hier und Jetzt.“
Kerkelings Rede markiert einen Umbruch hinsichtlich seiner eigenen Rolle im politischen Kontext. Auf der Plattform WeAct wurde eine Petition geschaltet, um ihn zum „lebendigen Symbol unseres Staates“ zu machen: „Wir rufen Sie als Spitzenvertreter*innen der demokratischen Parteien auf: Nominieren Sie Hans-Peter Kerkeling als gemeinsamen, überparteilichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten für die Wahl am 30. Januar 2027!“, heißt es auf der Webseite. Deutschland brauche an der Spitze keine Parteitaktik, „sondern eine Persönlichkeit, die unser Land würdig repräsentiert und gesellschaftlichen Zusammenhalt stiftet“.














