Oktober 10, 2026 1:56 p.m. CEST

Die Grippesaison steht vor der Tür – und mit ihr die Frage nach dem richtigen Impfschutz. Wer sich impfen lassen sollte und wann der beste Zeitpunkt dafür ist.

Wenn die Tage kürzer werden, die Blätter fallen, die Winde rauer wehen und die Wartezimmer der Ärzte sich füllen, wenn dort die FFP2-Maske wieder schwer in Mode kommt, dann ist Zeit für den berühmten „Ach-hätte-ich-doch …!“-Moment. Manchmal kommt der etwas spät. Denn dass man eine Grippeimpfung gut gebrauchen kann, weiß man eigentlich das ganze Jahr über. Die anbrechende Saison von Husten, Schnupfen und Heiserkeit ruft es uns nur noch einmal in Erinnerung.

Dabei ist Schniefen, Niesen oder Husten auch in stärkerer Intensität noch lange keine echte Grippe (Influenza): Eine Erkältung entwickelt sich meist eher allmählich, Grippe meldet sich häufig plötzlich. Morgens ist oft noch alles in Ordnung, dann aber stellen sich überfallartig Kopfweh, Halsschmerzen, Schüttelfrost ein. Gern auch Fieber sowie Muskel- und Gelenkschmerzen im gesamten Körper. Bei Risikopersonen kann sie zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen.

Das ist der beste Zeitpunkt

Ursachen einer Grippe sind Viren, mikroskopisch kleine Erreger, noch kleiner als Bakterien, die sich aber eilig und mit großer Freude vermehren, sobald sie in unserem Körper Quartier genommen haben. Wir infizieren uns vor allem über virushaltige Tröpfchen und Aerosole, etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen. Auch eine Übertragung über kontaminierte Hände und Oberflächen ist möglich, spielt aber eine geringere Rolle.

Weil es zahlreiche unterschiedliche Influenzaviren und ständig neue Virusvarianten gibt, braucht das Immunsystem, unsere körpereigene Hausapotheke, immer ein bisschen Zeit, um Antikörper dagegen zu produzieren. Deshalb lohnt sich in jedem Fall der Blick auf die Grippeimpfung, die den Abwehrmechanismus vorbeugend unterstützen kann.

Der am besten geeignete Zeitpunkt dafür liegt in den Wochen zwischen Oktober und Mitte Dezember. Unser Immunsystem braucht etwa 10 Tage bis zwei Wochen, um den Impfschutz aufzubauen. Wer diesen Termin verpasst, braucht die Saison aber nicht gleich abzuschreiben: Nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts kann auch eine spätere Impfung noch sinnvoll sein.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission in Deutschland (Stiko) empfiehlt die jährliche Influenzaimpfung für alle Menschen ab dem sechzigsten Lebensjahr. Darüber hinaus wird sie Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel nahegelegt – bei bestimmten Grunderkrankungen bereits ab dem ersten. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, etwa von Herz, Lunge, Leber oder Nieren, mit Diabetes, neurologischen Erkrankungen oder einer Immunschwäche sollten sich impfen lassen. Hinzu kommen etwa Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Menschen mit erhöhtem beruflichem Risiko, etwa medizinisches Personal.

Gesunde jüngere Erwachsene müssen sich nach Stiko also nicht routinemäßig gegen Influenza impfen lassen. Sie können sich aber nach individueller Abwägung trotzdem dafür entscheiden, etwa wenn sie eine Erkrankung möglichst vermeiden oder gefährdete Menschen in ihrem Umfeld schützen möchten.

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