Oktober 10, 2026 2:19 p.m. CEST

Ausflug nach Premuda

Wetten, diese kroatische Insel kennen Sie noch nicht?


10.10.2026 – 07:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Premuda im Zadar-Archipel: Dorf und Insel tragen denselben Namen.

Premuda im Zadar-Archipel: Dorf und Insel tragen denselben Namen. (Quelle: IMAGO/Tom Dubravec)

Im Herbsturlaub noch einmal Sonne tanken, das können Reisende in Kroatien. Dazu gibt es Stille und Abgeschiedenheit – wenn man sich das richtige Reiseziel aussucht.

Wenn Sie an Kroatien denken, kommen Ihnen wahrscheinlich Bilder von Dubrovniks historischem Glanz, der pulsierenden Altstadt von Split oder den Traumstränden der Insel Hvar in den Sinn. Diese Orte sind zweifellos Highlights der dalmatinischen Küste und erfreuen sich zu Recht großer Beliebtheit bei Reisenden aus aller Welt. Doch abseits dieser Tourismusmagnete gibt es noch viel mehr zu entdecken, etwa die kleine, nahezu unbekannte Insel Premuda.

Premuda liegt rund 65 Kilometer nordwestlich von Zadar und gehört zur Inselgruppe des Zadar-Archipels. Mit einer Fläche von gerade einmal 9,2 Quadratkilometern und einer bescheidenen Einwohnerzahl von 64 Personen ist die Insel ein echter Geheimtipp für alle, die dem Trubel der üblichen Reiseziele entfliehen und eine ganz neue Seite Dalmatiens kennenlernen möchten.

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Unterwasserhöhlen und ein Wrack

Was Premuda zu etwas Besonderem macht, ist zunächst einmal die Ruhe. Hier gibt es keine großen Hotelanlagen, keine Partymeilen und keine Touristenströme. Stattdessen punktet die Insel mit ihrer Natur: es finden sich Buchten, Kies- und Sandstrände sowie Aussichtspunkte. Besonders die westliche und östliche Seite des Hauptdorfs Premuda – das einzige Dorf trägt denselben Namen wie die Insel – laden zu Strandtagen ein.

Segelboote ankern vor der Küste von Premuda: Auf der kroatischen Insel erlebt man im Jahresdurchschnitt etwa 2.500 bis 2.600 Sonnenstunden, was rund sieben bis neun Sonnenstunden pro Tag entspricht. (Quelle: IMAGO/Tom Dubravec)

Doch Premuda hat weit mehr zu bieten als nur Erholung. Taucher finden hier ein wahres Paradies unter Wasser, denn die Insel lockt mit Höhlen wie der sogenannten „Kathedrale“. Diese Formation erfordert zwar etwas Erfahrung, aber mit einer professionellen Tauchorganisation lässt sich dieser Ort sicher erkunden.

Geschichtsfans kommen auch auf ihre Kosten: Die Insel spielte eine tragische Rolle im Ersten Weltkrieg, denn hier sank das österreichisch-ungarische Kriegsschiff „Szent Istvan“. Das Wrack liegt in einer Tiefe von 66 Metern vor Premuda und ist streng geschützt – ein stiller Zeitzeuge, der die Kraft der Natur und die Wendungen der Geschichte gleichermaßen widerspiegelt.

10. Juni 1918: Die Szent Istvan sinkt nach einem Torpedotreffer. (Quelle: IMAGO/Gemini)

Auf dem Meeresgrund

Die „SMS Szent István“ war ein 152 Meter langes und über 22.000 Tonnen schweres Großkampfschiff der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine mit einer Besatzung von bis zu 1.050 Mann. Das Schiff sank am 10. Juni 1918 vor der adriatischen Insel Premuda, nachdem es im Morgengrauen vom italienischen Motortorpedoboot „MAS 15“ torpediert worden war. Bei dem filmisch dokumentierten Untergang kamen 89 Besatzungsmitglieder ums Leben.

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