Rigorose Kürzungen
Ryanair wird Flughafen auf Teneriffa nicht mehr anfliegen
04.09.2025 – 10:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Ryanair wird in diesem Winter 400.000 Passagiere weniger auf die Kanaren fliegen. Die Airline beklagt steigende Landeentgelte des Flughafens.
Die Billigairline Ryanair fährt ihr Angebot in Spanien stark zurück. Im kommenden Winter werden landesweit rund eine Million Sitzplätze gestrichen, davon 400.000 allein auf Flügen zu den Kanarischen Inseln. Zudem zieht sich die Airline vollständig vom Flughafen Teneriffa Nord zurück und streicht Verbindungen nach Vigo.
Als Grund nannte Ryanair die jüngst um 6,5 Prozent gestiegenen Flughafengebühren des staatlichen spanischen Flughafenbetreibers Aena. Ryanair-Chef Eddie Wilson nannte die Gebühren „überzogen und nicht wettbewerbsfähig“. Die Kürzungen würden „die ohnehin anfälligen Regionalflughäfen weiter schädigen und zu einem Verlust von Investitionen, Verkehrsverbindungen, Tourismus und Arbeitsplätzen in Spanien führen, da viele Strecken wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sein werden“, warnte er bei einer Pressekonferenz.
Besonders stark betroffen sind Spaniens kleinere Flughäfen: Für regionale Flughäfen rechnet Ryanair mit einem Rückgang von 41 Prozent. Das sind 600.000 Sitze weniger. Die Basis mit zwei Maschinen in Santiago wird gemäß den Aussagen von Wilson komplett geschlossen, ein Investitionsverlust von 200 Millionen Euro. Ab Winter 2025 fallen sämtliche Flüge ab Teneriffa Nord weg, Verbindungen nach Vigo enden im Januar 2026. Auch Valladolid und Jerez werden im Winterflugplan 2025 nicht bedient.
Weitere Kürzungen treffen Saragossa, Santander, Asturien und Vitoria. Insgesamt werden 36 Direktverbindungen zu Regionalflughäfen und auf die Kanaren gestrichen.
Nach Angaben des Unternehmens sollen jährlich rund zwei Millionen Sitzplätze in andere Märkte umgeleitet werden, darunter Italien, Marokko, Kroatien und Albanien.
Trotz des harten Einschnitts betont Ryanair, man bleibe Spanien „verpflichtet“. Zugleich fordert die Airline die spanische Regierung und die nationale Wettbewerbsbehörde CNMC auf, die Erhöhung der Flughafengebühren abzulehnen und die derzeitige Gebührenbremse zu verlängern, um „regionale Konnektivität, Tourismus und Arbeitsplätze“ zu sichern.
Auch in Deutschland hat Ryanair seit Längerem Ärger mit einem Flughafenbetreiber – dem BER in Berlin. Die Airline kritisiert dort hohe Gebühren, zusätzliche Luftverkehrssteuern und ein striktes Nachtflugverbot. Ryanair-Chef Wilson nannte die Umleitung verspäteter Flüge „Bullshit“. Zudem bezeichnete er den Hauptstadtflughafen als „hoffnungslos ineffizient“.
