September 13, 2026 2:12 p.m. CEST

Ausnahmeregelung in Frankreich

Deshalb hat Champagner in diesem Jahr mehr Alkohol


13.09.2026 – 03:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Menschen mit Champagnergläsern stoßen an: In Frankreich darf da Getränk kurzeitig mehr Alkohol als sonst haben. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Mziya Kashakhi/imago)

Die diesjährige Weinernte bringt für Champagnerhersteller eine Besonderheit mit sich. Das Luxusgetränk hat mehr Alkohol.

Der Hitzesommer 2026 hat in Frankreichs Champagner-Region für eine Besonderheit gesorgt. Erstmals in der Geschichte der Branche dürfen Hersteller den Alkoholgehalt ihrer Schaumweine über die bisherige Grenze von 13 Prozent anheben – auf bis zu 15 Prozent, wie die BBC berichtet.

Durch die extreme Hitze und anhaltende Trockenheit im Sommer sind außergewöhnlich zuckerreiche Trauben gewachsen. Da Hefe den Zucker während der Gärung in Alkohol umwandelt, führten die hohen Zuckerwerte zu einem erhöhten Alkoholgehalt im Endprodukt.

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Laut einer Sprecherin des Branchenverbands Comité Champagne handelt es sich jedoch um eine eng begrenzte Ausnahme: Nur einige Weine haben in diesem Jahr die Grenze von 13 Prozent leicht überschritten. Sie kamen auf etwa 13,1 oder 13,2 Prozent. „Daher wurde die Entscheidung getroffen, die regulatorische Grenze ausnahmsweise und vorübergehend auf 15 Prozent anzuheben – nur für dieses Jahr“, sagte sie dem britischen Sender.

Weinernte in Frankreich: Die Hitze hat ihre Spuren in den Trauben hinterlassen. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/Aventurier Patrick/ABACA/imago)

Wird Hitze bald zur Norm?

Das warme Wetter in diesem Jahr ließ die Ernte auch früh beginnen – „die früheste, die in der Champagne je verzeichnet wurde“, wie der Verband mitteilte. Der Jahrgang 2026 sei besonders ungewöhnlich gewesen: Im Frühjahr gab es Spätfrost, die Reben blühten früh und die Trauben mussten fünf Hitzewellen überstehen.

Maxime Toubart, Co-Vorsitzender des Comité Champagne, befürchtet, dass diese ungewöhnliche Ernte „in zehn bis 15 Jahren wahrscheinlich zur Norm werden“ könnte. Stéphane Vignon, ein Produzent aus Verzenay, formulierte es in der Zeitung „The Times“ noch direkter: „Das mediterrane Klima wandert nach Norden. Dies ist Jahr eins eines neuen Zyklus. Es wird wahrscheinlich nicht jedes Jahr so sein, aber es wird wieder passieren.“

Verbraucher werden den Jahrgang 2026 erst mit einiger Verzögerung im Glas haben: Champagner muss mindestens 15 Monate reifen, weshalb die Flaschen frühestens 2028 in den Handel kommen dürften.

Frankreich gehört in diesem Jahr zu den am stärksten von extremen Wetterereignissen betroffenen Ländern Europas. Es gab verheerende Waldbrände und langanhaltende Dürre. Europa erwärmt sich laut dem Copernicus-Klimadienst doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt und gilt damit als der sich am schnellsten erwärmende Kontinent der Welt.

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