Anschläge auf deutsches Stromnetz
Mit 100 Fahrzeugen: Polizei sucht Daniel V. im Hambacher Forst
Aktualisiert am 06.09.2026 – 16:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei der Fahndung wegen der Anschläge auf die Stromversorgung ist die Polizei zu einem Einsatz beim Hambacher Forst ausgerückt. Der Einsatz findet in der Nähe des Parkplatzes statt, auf dem das Wohnmobil des Tatverdächtigen gefunden worden ist.
Wegen versuchter Sabotageangriffe auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei am Hambacher Forst bei Kerpen westlich von Köln mit einem Großaufgebot nach dem Tatverdächtigen Daniel V. gesucht. Ziel des Einsatzes sei gewesen, den 48-jährigen Mann selbst oder Spuren, die Hinweise auf ihn liefern, zu finden. Das bestätigte ein Sprecher der Kölner Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Laut Beobachtungen eines dpa-Reporters waren bis zu 100 Fahrzeuge der Polizei vor Ort. Die Suche dauerte am Nachmittag noch an.
Wegen der Sabotageakte wird seit Tagen nach dem Tatverdächtigen gesucht. Die Ermittler hatten am Samstag einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet veröffentlicht. Inzwischen wird auch nach einem Fahrrad gefahndet, das er möglicherweise benutzt hat.

Hambacher Forst: Symbol der Energiewende
Der Hambacher Forst ist ein Waldgebiet zwischen Köln und Aachen, das zum bundesweiten Symbol für den Kampf um die Energiewende und gegen die Braunkohleverstromung wurde. Der Wald liegt am Rand des Braunkohletagebaus Hambach und sollte ursprünglich dem fortschreitenden Tagebau weichen.
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Seit 2012 errichteten Umweltschützer und Aktivisten unter dem Motto „Hambi bleibt“ Baumhäuser im Wald, um die Rodung für die klimaschädliche Braunkohleverstromung zu verhindern und den Wald vor dem anrückenden Braunkohletagebau zu schützen. Laut der Kölner Polizei gibt es auch heute noch Baumhäuser, die ebenfalls Teil der Durchsuchung sind. Ob noch welche bewohnt sind, ist bisher nicht bekannt.
SEK stürmt Lastwagen am Tagebau Hambach
Die versuchten Sabotageakte konzentrierten sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt. Am Freitag hatten Beamte in der Gevelsberger Wohnung des Tatverdächtigen Sprengstoff gefunden. Später stürmte ein Spezialeinsatzkommando in Niederzier am Tagebau Hambach einen Lastwagen, der anscheinend zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde aber nicht vorgefunden.
Hintergrund der Fahndung sind zwei Bekennerschreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingegangen waren und auch der dpa vorliegen. „Das Wissen, das offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).













