Mögliche Verbindung
Ermittler finden DNA-Spur an Leipziger Sprengstoffdrohne
Aktualisiert am 10.08.2026 – 15:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Brandanschlag am Leipziger Flughafen ging vor zwei Jahren glimpflich aus. Jetzt verbindet eine neue Spur die mutmaßlichen Täter mit dem Vorfall von letzter Woche.
Die Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle könnte von denselben Personen verschickt worden sein, die auch für den Brandanschlag auf das DHL-Zentrum im Juli 2024 verantwortlich sind. Das geht aus Informationen der „Bild“-Zeitung hervor. Demnach stimmen auf der Drohne gesicherte DNA-Spuren mit einer Spur überein, die nach dem Anschlag auf das Logistikzentrum der Post im Jahr 2024 gesichert werden konnte. Die Spur könne aber noch keiner konkreten Person zugeordnet werden, so die „Bild“.
Auch die „Zeit“ berichtet von der erfolgreichen Sicherung von DNA-Spuren an der Drohnenbombe. Dieselbe DNA sei schon einmal in Litauen registriert worden, berichtet die Zeitung weiter.
Die mit Sprengstoff bestückte Drohne war am Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge entdeckt worden. Ermittler wiesen an dem Sprengsatz den Plastiksprengstoff Semtex nach. Der Zünder war nach „Bild“-Informationen defekt, weshalb es nicht zur Explosion kam. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen; sie ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.
Spur führt zu litauischem Prozess
In Litauen stehen derzeit fünf Männer vor Gericht, die 2024 vier mit Brandsätzen bestückte Pakete durch Europa verschickt haben sollen – einer davon war für die DHL-Maschine in Leipzig bestimmt und entzündete sich laut „Bild“ nur deshalb nicht an Bord, weil der Flug Verspätung hatte.
Europäische Ermittler haben in dem Fall bereits 22 Verdächtige mit mutmaßlichen Verbindungen nach Russland identifiziert. Die EU-Justizbehörde Eurojust erklärte, die Spur führe zum russischen Militärgeheimdienst GRU.
Neue Erkenntnisse zum Ablauf
Nach Auswertung von Videoaufnahmen soll die Drohne die ukrainische Antonow-Maschine gezielt angeflogen haben, berichtet die „Zeit“. Demnach sei sie bereits am Dienstagabend um 19.30 Uhr gegen eine Tragfläche geflogen, abgeprallt und zu Boden gefallen – deutlich früher als bisher bekannt. Spuren am Flügel stützten diesen Ablauf. Erst rund vier Stunden später wurde die Drohne zufällig entdeckt.
Auch der genaue Fund unterscheidet sich von ersten Berichten: Ein Busfahrer habe die Drohne nicht mit einem Tritt gestoppt. Sie habe bereits am Boden gelegen, der Sprengsatz in einiger Entfernung davon, bevor der Busfahrer nach kurzem Zögern seinen Fuß daraufstellte und die Flughafensicherheit alarmierte.














