Warnung oder Angriff?
Neue Erkenntnisse zu Drohne rücken Vorfall in anderes Licht
10.08.2026 – 10:36 UhrLesedauer: 2 Min.
War es eine Warnung oder doch ein gezielter Anschlag? Neue Erkenntnisse zur Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle rücken den Vorfall in ein neues Licht.
Die mit Sprengstoff beladene Drohne soll die ukrainische Frachtmaschine am Leipziger Flughafen gezielt angeflogen haben und länger als bisher bekannt bereits neben der Maschine am Boden gelegen haben. Das berichtet die „Zeit“ unter Berufung auf Auswertungen von Videoaufnahmen.
Demnach zeigen die Aufnahmen offenbar, dass bereits am Dienstagabend gegen 19.30 Uhr ein Objekt auf diese Antonow-Transportmaschine zuflog und schließlich auf einer der Tragflächen einschlug. Der Gegenstand sei dann abgeprallt und zu Boden gefallen. Spuren am Flügel der Maschine würden diesen mutmaßlichen Ablauf bestätigen, so die „Zeit“.
In den Flügeln von Flugzeugen befinden sich in der Regel die Treibstofftanks, sodass eine Detonation am Flügel potenziell das Flugzeug zur Explosion bringen kann. Warum der Sprengstoff in Leipzig nicht explodierte, ist bislang unklar.
Drohne näherte sich mit offensichtlicher Schadensabsicht
Erst vier Stunden später wurde die Drohne zufällig entdeckt. Anders als in der bisherigen Berichterstattung gab der Busfahrer einer Touristengruppe dem Gerät dem Bericht zufolge allerdings keinen Tritt. Die Drohne habe bereits am Boden gelegen, der Sprengsatz in einiger Entfernung zur Drohne. Der Busfahrer habe dann nach kurzem Zögern seinen Fuß auf die Drohne gestellt und das Sicherheitspersonal verständigt – so sollen es die Aufnahmen zeigen.
Die Ermittlungshypothese, dass die Drohne eine Art Warnung gewesen sein könnte und gar nicht dazu gedacht gewesen sein könnte, tatsächlich zu explodieren, lasse sich nun nicht mehr halten, schlussfolgert die „Zeit“. Die Drohne habe sich nicht vorsichtig, sondern mit offensichtlicher Schadensabsicht dem Flugzeug genähert.
Mutmaßliche zweite Drohne wird noch gesucht
Die Überreste einer mutmaßlichen zweiten Drohne, die mit einem DHL-Transportflugzeug kollidiert sein soll, werden aktuell noch gesucht. Nach dem Drohnenfund war in Leipzig der Flugbetrieb eingestellt worden. Die DHL-Maschine musste durchstarten und kollidierte dabei mit einem bislang unbekannten Flugobjekt. Mehr zu der möglichen zweiten Drohne lesen Sie hier.
Die Ermittler vermuten dem Bericht zufolge, dass die Drohnen von einem professionellen Team, das sich in der Umgebung des Flughafens befand, gesteuert worden seien. Die Fahndung nach den Piloten und weiteren Trümmerteilen läuft weiterhin.














