November 4, 2026 7:31 p.m. CET

Gegenkandidatin zu Siegmund

Linken-Politikerin fädelt Coup gegen die AfD ein

Aktualisiert am 04.11.2026 – 18:13 UhrLesedauer: 3 Min.

Linken-Politikerin Eva von Angern fordert die AfD in Sachsen-Anhalt heraus. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

AfD-Spitzenkandidat Siegmund erhält in Sachsen-Anhalt Konkurrenz: Die Linken-Fraktionschefin prüft eine Gegenkandidatur bei der Wahl zum Ministerpräsidenten.

Die Spannung steigt vor der Ministerpräsidentenwahl im Landtag von Sachsen-Anhalt in Sachsen-Anhalt. Bislang galt AfD-Politiker Ulrich Siegmund als einziger Kandidat. Nun zieht Linken-Fraktionschefin Eva von Angern in Erwägung, gegen Siegmund anzutreten. Ihre Fraktion berate, „eine echte Alternative in Form einer eigenen Kandidatin für das Amt der Ministerpräsidentin aufzustellen“, sagte von Angern der „Magdeburger Volksstimme“.

Die endgültige Entscheidung soll kommenden Dienstag in der Fraktionssitzung der Linkspartei fallen, hieß es.

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Die AfD hatte die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September gewonnen, aber die absolute Mehrheit verfehlt. Bei der Wahl zum Landtagspräsidenten im vergangenen Monat setzte sich der AfD-Kandidat Tobias Rausch durch. Wegen möglicher Stimmen aus der Union war der geschäftsführende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) in die Kritik geraten. Für die Ministerpräsidentenwahl Mitte Dezember will die CDU-Fraktion den Plenarsaal verlassen. Nun kündigte die Linke eine eigene Kandidatin für die Wahl an.

Opposition uneins über Vorgehen

Die AfD stehe „für eine rückwärtsgewandte Politik und eine Spaltung des Landes“, betonte von Angern. Nötig sei jedoch nicht weniger, sondern mehr Zusammenhalt, so die Linken-Politikerin.

SPD-Fraktionschefin Katja Pähle spart nicht mit Kritik: „Die Ankündigung von Eva von Angern wirkt wie ein politischer Egotrip zur denkbar falschen Zeit. Für uns ist klar, das alles getan werden muss, um einen AfD-Ministerpräsidenten zu verhindern. Das geht aber nur mit einem Vorschlag, der für alle demokratischen Kräfte akzeptabel ist.“

Sachsen-Anhalts CDU-Politiker Sven Schulze kämpft um die Einheit seiner Partei. (Quelle: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler/imago)

Eva von Angern war zur Landtagswahl im September nach 2021 zum zweiten Mal Spitzenkandidatin der Linken. Die Juristin setzt sich im Parlament besonders für soziale Gerechtigkeit ein. Dort gehört die Linken-Fraktionschefin auch zu den vehementesten Kritikern der AfD.

Bei der Landtagswahl am 6. September war die Linke mit 8,6 Prozent auf den fünften Platz gekommen. Claudia Wittig, stellvertretende Fraktionsvorsitzende des BSW, erklärte: „Frau von Angern lehnt sich im Kampf gegen den Wählerwillen weit aus dem Fenster.“ Mit 8,6 Prozent eine Ministerpräsidentin stellen zu wollen, sei „zumindest ein ambitionierter Beitrag zum politischen Unterhaltungsprogramm“. „Wenn die Linke die gesellschaftliche Spaltung überwinden möchte, könnte sie das durch lösungsorientierte politische Arbeit besser erreichen“, so Wittig.

Im dritten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit

AfD-Frontmann Siegmund ist bei der Abstimmung im Dezember auf drei Stimmen aus anderen Reihen angewiesen. Das BSW, das die Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten noch unterstützte, wil sich zu enthalten. Damit ist offen, wie Siegmund zu einer Mehrheit kommt. Er hat angekündigt, nur in einem Wahlgang antreten zu wollen.

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