November 5, 2026 11:05 p.m. CET

Debatte um Reform

„Wer von ‚Rentenkürzungen‘ spricht, verbreitet die Unwahrheit“


Aktualisiert am 04.11.2026 – 13:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Christoph Ploß (CDU): Er fordert, die Rentenreform schnell zu beschließen. (Quelle: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler/imago)

Die Renten sollen nächstes Jahr erneut kräftig steigen. Die Union will die Rentenreform der Bundesregierung nun schnell durchziehen.

Angesichts der erwarteten deutlichen Rentensteigerung im nächsten Jahr drängt die Union den Koalitionspartner SPD, den Widerstand gegen einzelne Teile der Rentenreform aufzugeben. „Die geplante Rentenreform muss so schnell wie möglich beschlossen werden“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß t-online. „Nichtstun darf keine Option sein!“

Die Bundesregierung hat sich grundsätzlich auf eine Rentenreform verständigt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte kürzlich, bis Jahresende solle das Gesetz in erster Lesung im Bundestag debattiert und dort im ersten Quartal 2027 beschlossen werden. Bislang liegt aber kein Gesetzentwurf vor. Die SPD hat Bedenken gegen die geplante Abschaffung der „Rente mit 63“ – auch mit dem Argument, die Menschen hätten sich ihre Rente nach 45 Beitragsjahren verdient.

CDU-Politiker Ploß sagte: „Wir benötigen eine Rentenreform, die unser Rentensystem für die nächsten Jahrzehnte stärkt, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft erhält und die berechtigten Interessen der jüngeren Generation berücksichtigt.“ Dazu gehöre vor allem der Einstieg in eine Aktienrente wie in Schweden und eine Kopplung der Lebensarbeitszeit an die Lebenserwartung.

„Renten steigen stärker als die Inflation“

Die Bundesregierung geht derweil davon aus, dass die Renten nächstes Jahr erneut um etwas mehr als vier Prozent steigen. Laut Entwurf für den Rentenversicherungsbericht 2026 geht sie von einer Anhebung um 4,1 Prozent zum 1. Juli 2027 aus. Ploß sagte dazu: „Wer angesichts dieser erneut deutlichen Steigerung der Renten von ‚Rentenkürzungen‘ spricht, verbreitet die Unwahrheit. Denn die Renten steigen stärker als die Inflation.“

Bereits im vergangenen Juli waren die Renten um 4,24 Prozent gestiegen. Maßgeblich für die Berechnung sind die jüngsten Annahmen zur Lohnentwicklung. Steigernd wirkt sich eine Fixierung der sogenannten Haltelinie beim Rentenniveau aus, die die Koalition Ende vergangenen Jahres mit ihrer ersten Rentenreform beschlossen hat.

Bis 2031 gilt, dass das Niveau der durchschnittlichen Rente nicht unter 48 Prozent des durchschnittlichen Einkommens in Deutschland fallen darf. Der Beitragssatz bleibt laut dem Bericht 2027 stabil bei 18,6 Prozent vom Bruttoeinkommen. In den Folgejahren ist dann mit einem spürbaren Anstieg zu rechnen.

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