November 4, 2026 8:03 p.m. CET

Eine Umfrage von t-online bei Landeskriminalämtern und Polizeibehörden zeigt, wie viele Verdachtsfälle inzwischen bekannt sind. Allein in Bayern registrierte die Polizei 25 Vorfälle mit offenbar manipulierten Halloween-Süßigkeiten. Im vergleichbaren Zeitraum war es 2025 nur einer, 2024 waren es zwei. In den Jahren 2022 und 2023 wurde kein entsprechender Fall erfasst.

Aus dem Zuständigkeitsbereich der Polizei Hannover wurden sieben Fälle gemeldet, aus dem der Polizeidirektion Braunschweig fünf. In Bremen und Brandenburg sind jeweils drei Fälle bekannt. Weitere Meldungen gibt es unter anderem aus Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.

Auch in der Vergangenheit Fälle gemeldet?

In Baden-Württemberg bewegen sich die Fallzahlen nach Polizeiangaben in einer ähnlichen Größenordnung. Der Polizei Nordrhein-Westfalen sind insgesamt 24 Fälle gemeldet worden. Thüringen meldet zwölf Verdachtsfälle, Mecklenburg-Vorpommern acht Fälle mit Fremdkörpern und einen weiteren Verdachtsfall, bei dem eine andere Substanz vermutet wird. Dort wurde nach bisherigen Erkenntnissen ein Kind leicht verletzt.

Ob die Zahl der Manipulationen bundesweit tatsächlich steigt, lässt sich nicht zuverlässig feststellen. Das Bundeskriminalamt erklärte auf Anfrage von t-online: „Eine gesonderte Erfassung entsprechender Fälle erfolgt jedoch weder im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) noch durch das BKA.“

Auch mehrere Landespolizeibehörden verfügen über keine belastbaren Vorjahreszahlen. In Bremen wurden 2024 und 2025 zwar keine entsprechenden Fälle festgestellt. Wegen der geringen Fallzahlen lasse sich daraus aber kein genereller Anstieg ableiten. Die Thüringer Polizei betont zudem, dass gemeldete Verdachtsfälle nicht mit bestätigten Manipulationen durch unbekannte Täter gleichzusetzen seien.

Österreich ermittelt mit Europol

Auch im Ausland wird ermittelt. In Österreich hat das Bundeskriminalamt nach ähnlichen Funden eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die mit Europol und deutschen Behörden in Kontakt steht. Dass sich mögliche Täter über soziale Netzwerke oder Internetforen vernetzt haben, könne nicht ausgeschlossen werden, erklärte der österreichische Ermittlungschef Gerald Tatzgern.

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg tauscht sich ebenfalls mit Europol und ausländischen Behörden aus, um mögliche Zusammenhänge zu erkennen.

Die Polizei Rheinland-Pfalz warnt unterdessen vor der ungeprüften Verbreitung solcher Meldungen in sozialen Netzwerken. Auch dort bestätigte sich ein zunächst gemeldeter Manipulationsverdacht später nicht. Eltern sollten auffällige Süßigkeiten samt Verpackung aufbewahren und der Polizei melden.

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