November 4, 2026 6:33 p.m. CET

Bundespräsidentenwahl

Erste CDU-Ministerpräsidenten für Aigner

Aktualisiert am 04.11.2026 – 17:26 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Regierungschefs von Thüringen und Sachsen sprechen sich für Aigner aus. (Archivfoto) (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-bilder)

Ist das der Dammbruch in der CDU für Ilse Aigner? Die ersten zwei Ministerpräsidenten sprechen sich für sie als Bundespräsidentin aus. Die Entscheidung in der P-Frage rückt näher.

In der Debatte über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bewegt sich jetzt auch die CDU in Richtung Ilse Aigner. Als erste CDU-Ministerpräsidenten haben sich Thüringens Mario Voigt und Sachsens Michael Kretschmer für die bayerische Landtagspräsidentin als Kandidatin der Union ausgesprochen.

„Ich gehe davon aus und wünsche mir, dass Ilse Aigner am Montag unsere gemeinsame Kandidatin der Union wird“, sagte Kretschmer. Die Debatte müsse ein Ende haben. Zuvor hatte Voigt dem „Stern“ gesagt: „Aus der Erfahrung und auch aus der über 20-jährigen Zusammenarbeit weiß ich, dass sie so tickt wie jemand, den Deutschland jetzt gerade braucht. Sie hat das Zeug zur Bundespräsidentin.“

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich am Montag für eine Frau als Bundespräsidentin ausgesprochen, aber noch keinen Namen genannt. Die Schwesterpartei CSU hatte Aigner bereits im April ins Gespräch gebracht und sich auf ihrem Parteitag in München vor knapp zwei Wochen auf sie festgelegt. SPD und Grüne haben ebenfalls Sympathien für die 61-jährige CSU-Politikerin erkennen lassen.

Es kommt nun nur noch auf die CDU an

Nun kommt es nur noch darauf an, was die CDU macht. Und dabei spielen die Ministerpräsidenten und die anderen Landesvorsitzenden der CDU die entscheidende Rolle. Denn die Hälfte der Wahlleute in der Bundesversammlung, die am 30. Januar über die Nachfolge Steinmeiers entscheidet, kommen aus den Ländern. CDU, CSU und SPD haben eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen.

Merz hatte am Montag vor den CDU-Kreisvorsitzenden gesagt, er wolle der Partei eine „gemeinsame Kandidatin vorschlagen, eine Kandidatin der politischen Mitte“. Das deutet darauf hin, dass er die Grünen mit im Boot haben will.

„Persönlichkeit, die unser Land zusammenführen kann“

Auch Kretschmer sagte nun, die Kandidatin sollte breite Zustimmung über die Parteigrenzen hinweg haben. Das Amt des Bundespräsidenten sei kein Gegenstand parteipolitischer Taktik. „Es geht um eine Persönlichkeit, die unser Land zusammenführen kann.“

Voigt sagte, Aigner sei eine Frau, die das Land verbinden könne. Sie sei „nah dran“ und habe sich selbst hochgearbeitet. „Ich glaube, das ist eine Erzählung, die kann es ganz gut gebrauchen im Land.“

CSU stellte noch nie einen Bundespräsidenten

In der 77-jährigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gab es noch nie eine Bundespräsidentin. Alle zwölf bisherigen Staatsoberhäupter waren Männer. Es gab auch noch nie einen Bundespräsidenten, der aus der CSU kam. Sechs kamen aus der CDU, drei aus der SPD, zwei aus der FDP und mit Joachim Gauck war einer parteilos.

Aus der CDU wurden bisher Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien, die frühere Parteichefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist und die hessische Fraktionsvorsitzende Ines Claus als mögliche Kandidatinnen gehandelt. Klöckner wurden zuletzt die besten Chancen gegen Aigner eingeräumt.

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