Helferich-Vortrag im Heine-Institut
AfD lädt „freundliches Gesicht des NS“ nach Düsseldorf ein
13.10.2026 – 16:55 UhrLesedauer: 2 Min.
In Düsseldorf soll ein AfD-Politiker sprechen, der sich selbst als das „freundliche Gesicht des Nationalsozialismus“ bezeichnete. Proteste haben sich bereits angekündigt.
Matthias Helferich, Bundestagsabgeordneter der AfD, kommt nach Düsseldorf. Der Rechtsaußen-Politiker soll auf Einladung des AfD-Kreisverbands Düsseldorf im Heinrich-Heine-Institut auftreten und dort über „Kulturpolitik von rechts“ sprechen, wie die AfD die Veranstaltung am Montag, 26. Oktober, auf ihrer Homepage beschreibt. Es haben sich jedoch bereits Gegenproteste angekündigt.
Geplant ist bei der AfD zunächst ein Rundgang über die Düsseldorfer Kulturmeile, bevor Helferich am Abend im Institut an der Bilker Straße in der Carlstadt spricht. Das Heinrich-Heine-Institut ist eine städtische Einrichtung und gilt als Zentrum der internationalen Heine-Forschung. Im offiziellen Veranstaltungskalender ist der Auftritt nicht aufgeführt.
AfD-Politiker in Düsseldorf: „Das freundliche Gesicht des Nationalsozialismus“
Helferich ist auch innerhalb der AfD keine unumstrittene Figur. Im Sommer 2021 wurden Chatverläufe bekannt, in denen er sich selbst als „freundliches Gesicht des Nationalsozialismus (NS)“ bezeichnete. Er wird dem völkisch-nationalen Flügel um Thüringens Landesvorsitzenden Björn Höcke zugerechnet. Zudem wird ihm vorgeworfen, sich in der Vergangenheit antisemitisch, homophob und rassistisch geäußert zu haben sowie Kontakte in die Dortmunder Neo-Nazi-Szene zu pflegen.
Gegen Helferichs Auftritt formiert sich währenddessen Widerstand. Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ ruft zur Demonstration auf. Ein Sprecher des Bündnisses sagte der „NRZ“: „Wir wollen den Rundgang stören und auch den Auftritt im Heine-Institut. Deswegen rufen wir alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer dazu auf, am 26. Oktober um 16.30 Uhr in den Hofgarten, beziehungsweise an das Schloss Jägerhof zu kommen.“
AfD Düsseldorf lud auch schon Björn Höcke und Maximilian Krah ein
Laut dem Sprecher hätten auch andere Initiativen „mehrere Kundgebungen geplant“, denn „die Kulturmeile gehört der Stadt und nicht einem Rechtsextremen, der den Begriff Kultur deutsch-national vereinnahmt“. Den Auftritt Helferichs im Heine-Institut wertet der Sprecher als „eine weitere Provokation der AfD“. Das Bündnis sieht darin auch einen Versuch, Heinrich Heine umzudeuten: „Er hat sich zu Lebzeiten und in seinen Werken oft anti-nationalistisch positioniert. Außerdem ist er Jude gewesen. Deswegen halten wir das für einen Eklat.“
Es ist nicht das erste Mal, dass die AfD Düsseldorf Veranstaltungen in städtischen Räumen abhält und prominente Gesichter ihrer Partei dazu begrüßt. Im Februar 2026 trat Björn Höcke im Kulturhaus Süd in Garath auf. Im Frühjahr fand ein AfD-Spaziergang durch das Bahnhofsviertel statt, an dem die brandenburgische Landtagsabgeordnete Lena Kotré teilnahm, die als Vertreterin des Remigrations-Konzepts gilt. Anschließend sprach sie im Bürgerhaus Bilk, wo zuvor auch schon Maximilian Krah und der Aktivist Götz Kubitschek aufgetreten waren.














