Vorsicht Dividendenfalle
Wann hohe Ausschüttungen trügerisch sein können
Aktualisiert am 27.08.2026 – 08:05 UhrLesedauer: 5 Min.

Hohe Dividenden sind für Aktionäre verlockend – denn sie müssen nur auf die Auszahlung warten. Doch die Ausschüttungen bergen Risiken. Warum Experten zur Vorsicht mahnen.
Die Dividendenrendite der Volkswagen-Aktie beträgt etwa sieben Prozent, das heißt für jede Aktie erhalten Anleger bei einem Kaufpreis von rund 72 Euro je Aktie eine Dividende von 5,26 Euro. Wer 20 VW-Aktien im Gesamtwert von 1.440 Euro kauft (Stand: 27. August 2026), erhält pro Jahr eine Dividende von 105,20 Euro.
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Nicht nur Volkswagen bietet seinen Aktionären eine hohe Dividende, sondern auch Bijou Brigitte (10,28 Prozent), RTL Group (7,69 Prozent), Evonic (6,99 Prozent), Traton (6,08 Prozent) oder Villeroy & Boch (5,96 Prozent).
Ist eine hohe Dividende ein Qualitätsmerkmal, um Aktien solcher Unternehmen zu kaufen? Oder ist es ein Warnsignal, wenn Aktiengesellschaften sehr hohe Dividenden ausschütten?
Dividenden-Strategie macht sich bezahlt
Grundsätzlich spricht nichts gegen die Auszahlung einer hohen Dividende. Auch Anleger, die eine langfristige Dividendenstrategie verfolgen, sehen zuverlässige Dividendenzahlungen von Unternehmen positiv, da sie damit ein regelmäßiges Zusatzeinkommen generieren können.
Wer über einen langen Zeitraum 100.000 Euro in zuverlässige Dividendenzahler mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3,5 Prozent investiert, erhält jährlich 3.500 Euro. Erhöhen diese Unternehmen ihre Dividenden jährlich im Schnitt um 0,25 Prozentpunkte, landen im darauffolgenden Jahr bereits 3.750 Euro und im Jahr danach 4.000 Euro auf dem Verrechnungskonto. Zu den Unternehmen, die ihre Dividenden teilweise um mehr als 0,25 Prozent erhöhen, gehören beispielsweise Procter & Gamble, PepsiCo und Colgate-Palmolive.
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Nach 20 Jahren könnte die Dividendenrendite mit einer angenommenen Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt pro Jahr bis auf 8,5 Prozent anwachsen und zu einer jährlichen Ausschüttung von 8.500 Euro führen. Wer bis zur Rente eine langfristige Dividendenstrategie verfolgt, kann sich damit ein beträchtliches Zusatzeinkommen aufbauen.
Aber was ist mit den Aktienkursen der Unternehmen? Steigen sie, stagnieren sie oder sinken sie sogar im selben Zeitraum? Im schlimmsten Fall könnten sie im gleichen Maße fallen, wie die Dividendenrendite steigt – und kein positiver Effekt bliebe übrig.
Alarmsignal bei zu hohen Dividenden
Deshalb sollten Anleger bei zu hohen Dividendenrenditen prüfen, ob das Unternehmen sich eine Gewinnausschüttung in dieser Höhe leisten kann. Sehr hohe Ausschüttungen können problematisch sein. Zum einen dann, wenn das Unternehmen das Geld nicht verdient hat, sondern aus seiner Substanz heraus bezahlt.














