September 17, 2026 4:37 p.m. CEST

Laut Studie

Vor Herz-OP: Diese Infusion kann die Erholung leicht verbessern


17.09.2026 – 15:44 UhrLesedauer: 3 Min.

Mann erhält Infusion (Symbolbild): Bis man sich von einer Herzoperation vollständig erholt hat, können mehrere Monate vergehen. (Quelle: adamkaz/getty-images-bilder)

Eine neue Studie zeigt: Eine bestimmte Behandlung vor der Herz-OP kann den Bedarf an Bluttransfusionen senken und sich förderlich auf die Genesung auswirken.

Etwa jeder dritte Mensch, der sich einer Herzoperation unterzieht, hat eine Blutarmut (Anämie). Dabei steht dem Körper weniger Hämoglobin zur Verfügung, also der Bestandteil der roten Blutkörperchen, der Sauerstoff transportiert. Eine Blutarmut erhöht bei Herzoperationen unter anderem die Wahrscheinlichkeit, dass eine Bluttransfusion nötig wird. Je nach Quelle ist das bei etwa 20 bis 50 Prozent der Patienten der Fall.

Sowohl eine Blutarmut als auch Bluttransfusionen sind nach Herzoperationen mit einem höheren Risiko für Komplikationen, längeren Krankenhausaufenthalten und einer erhöhten Sterblichkeit verbunden. Eine internationale Forschungsarbeit legt nun nahe, dass eine Eiseninfusion vor dem Eingriff nicht nur den Hämoglobinwert erhöhen, sondern auch die Genesung nach der OP leicht verbessern kann. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „The BMJ“.

Was wurde in der Studie untersucht?

An der Studie nahmen 955 Erwachsene teil, die vor einer geplanten Herzoperation standen und bei denen eine Blutarmut vorlag. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 66 Jahre alt, 60 Prozent waren Männer. Eine Woche bis 26 Wochen vor dem Eingriff erhielten sie entweder 1.000 Milligramm Eisen (Eisencarboxymaltose oder Eisenderisomaltose) über eine Infusion oder ein Placebo, also ein Scheinmedikament.

Untersucht wurde unter anderem, wie viele Tage die Patienten in den ersten 90 Tagen nach dem Eingriff zu Hause anstatt im Krankenhaus oder in anderen stationären Einrichtungen, etwa einer Reha-Klinik, verbringen konnten. In der Eisen-Gruppe waren es 81,1 Tage, in der Placebo-Gruppe 80,0 Tage. Der Unterschied betrug damit rund einen Tag.

Deutlicher war der Effekt bei den Bluttransfusionen: Während des Krankenhausaufenthalts benötigten 61 Prozent der mit Eisen behandelten Patienten eine Transfusion roter Blutkörperchen. In der Placebo-Gruppe waren es 68 Prozent. Insgesamt wurden durch die Eisenbehandlung rechnerisch etwa 44 Blutprodukte pro 100 behandelten Patienten eingespart.

Die Studienautoren fassen ihre Ergebnisse so zusammen: „Wenn Menschen mit Blutarmut vor einer Herzoperation intravenös Eisen erhalten, verbessert sich ihr Hämoglobinwert vor dem Eingriff, sie brauchen seltener eine Bluttransfusion und können in den ersten 90 Tagen nach der Operation einen Tag länger zu Hause bleiben.“

Kein kürzerer Krankenhausaufenthalt

Die Eiseninfusion führte allerdings nicht dazu, dass die Patienten früher aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Auch bei schweren Komplikationen und der Dauer des Krankenhausaufenthalts gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Der Effekt auf die Erholung mag mit einem Tag Unterschied unscheinbar wirken. Bei Patienten mit schlechterer Genesung fiel der Unterschied jedoch deutlich größer aus. Sie verbrachten mehrere Tage mehr zu Hause als vergleichbare Patienten aus der Placebo-Gruppe.

Eine mögliche Nebenwirkung der Eiseninfusion war ein zu niedriger Phosphatspiegel im Blut. Er kam bei den Patienten, bei denen der Wert untersucht wurde, etwa 16-mal häufiger vor als unter Placebo. Andere relevante Nebenwirkungen oder ein erhöhtes Infektionsrisiko traten jedoch nicht auf.

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