September 16, 2026 5:03 p.m. CEST

Experten warnen vor Risiken

Vorhofflimmern – wer besonders gefährdet ist


16.09.2026 – 14:56 UhrLesedauer: 4 Min.

Herzstolpern oder Herzrasen sind typische Anzeichen für Herzrhythmusstörungen. Diese können allerdings auch unbemerkt bleiben. (Quelle: fizkes/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Herzrhythmusstörungen stehen im Fokus des Herzberichts 2026. Manche sind harmlos, andere können schwere Folgen haben. Was können Menschen mit einem erhöhten Risiko tun?

Emil Walla merkt auf dem Weg ins Büro, dass etwas nicht stimmt. Beim Treppensteigen werden seine Beine schwer, der ganze Körper ist kraftlos, er muss sich hinsetzen. Schon länger kennt er sogenannte Extrasystolen – zusätzliche Herzschläge, die sich wie Herzstolpern anfühlen können. Später zeigt auch seine Smartwatch immer wieder auffällige Pulswerte. Die Anfälle werden länger, der Leidensdruck größer. Heute, nach erfolgreicher Therapie, sagt er: „Ich habe in meinem Bekanntenkreis tatsächlich Leute fragen müssen, ob es normal ist, dass man sein Herz nicht spürt. Das wusste ich gar nicht mehr.“

Walla ist einer von rund 1,6 Millionen Menschen mit diagnostiziertem Vorhofflimmern in Deutschland. Bei dieser weitverbreiteten Herzrhythmusstörung schlägt das Herz zeitweise unregelmäßig und oft zu schnell.

Mit der alternden Bevölkerung dürfte die Zahl der Betroffenen weiter zunehmen. Auch deshalb rückt der von der Deutschen Herzstiftung herausgegebene Herzbericht Herzrhythmusstörungen in den Mittelpunkt. Bei der heutigen Vorstellung des Berichts erzählt der Betroffene Emil Walla von seiner Krankheitsgeschichte. Sein Beispiel zeigt: Herzrhythmusstörungen können mit Risikofaktoren zusammenhängen, die sich zumindest teilweise beeinflussen lassen.

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  • Psychosomatisches Herzstolpern: Was steckt dahinter?

Warum Vorhofflimmern häufiger wird

Das Risiko für Vorhofflimmern nimmt im Alter zu. Das ist laut Stefan Blankenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, einer der wichtigsten Gründe dafür, dass die Zahl der Erkrankten steigt. Bei der Vorstellung des Herzberichts sagte er: „Wir werden älter, unsere Risikofaktoreneinstellung in Deutschland ist alles andere als optimal.“

Mit „Risikofaktoreneinstellungen“ meint er: Bei vielen Menschen mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern sind die dafür verantwortlichen Faktoren nicht ausreichend unter Kontrolle. Gefährdet sind insbesondere Personen, die

  • Bluthochdruck haben,
  • übergewichtig sind,
  • sich zu wenig bewegen,
  • an Diabetes mellitus erkrankt sind,
  • Alkohol im Übermaß konsumieren und/oder
  • rauchen.

Das bedeutet: Wer sein Risiko für Vorhofflimmern und die teils ernsten Folgen senken möchte, sollte sich vor allem um die genannten Vorerkrankungen, gesundheitlichen Probleme beziehungsweise ungesunden Verhaltensweisen kümmern.

Warum ist die Herzrhythmusstörung gefährlich?

Bei Vorhofflimmern kann sich Blut im Herzvorhof stauen. Dadurch können Gerinnsel entstehen, die ins Gehirn gelangen und einen Schlaganfall auslösen. Außerdem kann Vorhofflimmern auf Dauer eine Herzschwäche begünstigen.

Vorhofflimmern bleibt oft unbemerkt

Herzrasen, ein merklich unregelmäßiger Puls oder wiederkehrendes Herzstolpern zählen zu den typischen Warnsignalen für Vorhofflimmern.

Allerdings kann dieses auch unbemerkt bleiben. Nicht alle Betroffenen verspüren Beschwerden. Wer ein erhöhtes Risiko für diese Herzrhythmusstörung hat, sollte deshalb frühzeitig mit einem Arzt darüber sprechen und sich untersuchen lassen – oder sich zunächst selbst untersuchen: Schon regelmäßiges Pulsmessen kann Hinweise liefern.

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