Autonome Lkw fürs Militär
Daimler wittert das große Geschäft – im Rüstungsmarkt
03.08.2026 – 16:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Daimler will hunderte Millionen im Verteidigungssektor verdienen. Gleichzeitig sollen die Entwicklungen dem zivilen Markt neuen Schub geben.
Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck treibt sein Verteidigungsgeschäft deutlich voran und setzt nach einem Bericht der „Financial Times“ dabei auf militärische Einsatzfahrzeuge mit autonomen Funktionen. Bis 2028 will der Konzern seinen Umsatz mit Militärfahrzeugen auf eine Milliarde Euro verdoppeln – und erwartet von den Verteidigungsprojekten wichtige technische Impulse für den zivilen Verkehr.
Die Vorstandschefin Karin Rådström sagte der Zeitung, das Geschäft mit Verteidigungskunden entwickle sich schneller als erwartet und wachse derzeit stärker als das traditionelle Kerngeschäft. Daimler Truck investiert nach eigenen Angaben einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, um das Angebot an Militärfahrzeugen auszubauen und stärker außerhalb Europas aktiv zu werden. Hintergrund ist auch, dass die Industrieumsätze des Konzerns zuletzt unter höheren Zöllen in den USA und einer Abschwächung des nordamerikanischen Marktes gelitten haben.
Rådström sieht autonome Funktionen als „größte Veränderung“
Ein Schwerpunkt der Verteidigungsaktivitäten sind autonome Lkw fürs Militär. Diese sollen nach Rådström die Sicherheit im Einsatz erhöhen und zugleich den Bedarf an Personal senken. Auf dem Schlachtfeld könnten ferngesteuerte Fahrzeuge oder Lkw-Kolonnen eingesetzt werden, bei denen mehrere Lastwagen selbstständig einem bemannten Führungsfahrzeug folgen („Platooning“). Solche Technologien seien besonders für Hochrisikogebiete wichtig und könnten helfen, Soldaten anderweitig einzusetzen, wenn Personal knapp sei.
Die Managerin betonte, dass viele Innovationen aus dem Verteidigungsbereich später auch im zivilen Verkehr genutzt werden könnten. In der Logistik machen Personalkosten demnach rund 40 Prozent der Gesamtkosten aus. Autonome Systeme sollen helfen, diese Belastung zu senken und Lkw theoretisch rund um die Uhr fahren zu lassen. Rådström sieht die Einführung autonomer Funktionen als die „größte Veränderung“, vor der die Branche derzeit steht.
Daimler Truck plant, bereits im kommenden Jahr erste Lkw mit autonomen Fahrfunktionen auf ausgewählten Strecken in den USA auszuliefern. Ein breiterer Rollout ist für 2028 vorgesehen. Nach Ansicht der Konzernchefin kann der Hersteller neue militärische Fahrzeuge schneller in größeren Stückzahlen produzieren als klassische Rüstungsunternehmen, die eher an kleinere Volumina gewöhnt sind. Verteidigungsministerien seien aktuell vor allem auf zusätzliche Kapazitäten angewiesen – und zwar möglichst zügig.













