1.917 Wohneinheiten
Deutsche Siedlung wird Unesco-Welterbe
Aktualisiert am 26.07.2026 – 11:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Entscheidung ist gefallen: Ein weiteres Kapitel deutscher Architekturgeschichte hat weltweite Anerkennung erfahren.
Die Waldsiedlung Zehlendorf im Berliner Südwesten ist in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden. Das Unesco-Welterbekomitee beschloss im südkoreanischen Busan, die Siedlung als Erweiterung der bereits bestehenden Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ anzuerkennen.
Die Waldsiedlung Zehlendorf, auch bekannt als „Onkel-Tom-Siedlung“, ist eine Wohnanlage im Stil des Neuen Bauens. Die Architekten Bruno Taut, Hugo Häring und Otto Rudolph Salvisberg errichteten sie von 1926 bis 1932, federführend war Taut. Zur Siedlung zählen 1.917 Wohneinheiten, davon 809 Einfamilienhäuser.
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Das Ziel war bezahlbarer Wohnraum in einer gesunden und naturnahen Umgebung. Die Mehrfamilienhäuser, die zu der Siedlung gehören, haben bis zu drei Geschosse. Die Gebäude im Bauhausstil lösten während ihrer Entstehung heftige Widerstände innerhalb politisch konservativer Kreise aus.
„Mit ihrer einzigartigen Verbindung von Architektur, Waldlandschaft und urbaner Infrastruktur erweitert die Waldsiedlung Zehlendorf das bestehende Welterbe um eine ganz eigene Facette“, sagte die deutsche Unesco-Botschafterin Kerstin Pürschel über die Entscheidung in Busan.

Leitmotiv „Licht, Luft und Sonne“
Laut Maria Böhmer, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, zeigen die Siedlungen der Berliner Moderne bis heute, worauf es bei gutem Wohnen ankommt. „Die Erweiterung um die Waldsiedlung Zehlendorf macht deutlich, wie visionär diese Wohnkonzepte vor hundert Jahren waren – und wie aktuell sie noch immer sind“, sagte Böhmer.
Bruno Tauts Vision unter dem Leitmotiv „Licht, Luft und Sonne“ verbindet moderne, offene Architektur in einem von Grünflächen und Bäumen geprägten Umfeld. Ebenfalls wollte man bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten schaffen.
Eine Besonderheit der Waldsiedlung ist, dass sie flächenmäßig die größte aller Siedlungen der Berliner Moderne ist. Inmitten der Waldsiedlung befindet sich auch die Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte – das revolutionäre Konzept, ein Einkaufszentrum direkt an einen Bahnhof anzubinden, war damals weltweit einmalig.













