Gefährliche Route
Mann verlässt sich auf sein Handy – und bezahlt beinahe mit dem Leben
05.11.2026 – 08:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mann plant seine Alpenroute in Österreich per App. Doch die Tour endet mit einem Sturz – für die Bergretter beginnt ein kräftezehrender Einsatz.
Ein 27 Jahre alter Bergsteiger aus Tschechien ist in den österreichischen Alpen in größte Not geraten. Erst nach etlichen Stunden konnte er gerettet werden, wie die Bergrettung mitteilte.
Der Bergsteiger war beim Abstieg vom auf 2.941 Metern Höhe gelegenen Matrashaus am Hochkönig gestürzt und hatte sich dadurch schwer verletzt. Gegen 17.40 Uhr am Dienstag alarmierte er die Bergretter. „Er hatte Glück, dass er dort zu liegen kam. Denn es geht in diesem Bereich noch weit runter über steile Felswände“, erklärte Einsatzleiter Wolfgang Haggenmüller. Zu dem Verletzten vorzudringen, der sich in einer schwer einsehbaren Mulde auf 2.300 Metern befunden habe, sei äußerst schwierig gewesen, ergänzte Haggenmüller. Währenddessen hätten seine Einsatzkräfte telefonisch Kontakt zum Verletzten gehalten.
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Besonders herausfordernd war das Wetter: Wegen des dichten Nebels konnte kein Hubschrauber starten und den Einsatz unterstützen.
Erst Stunden später, gegen 22.30 Uhr, hätten die Helfer den 27-Jährigen schließlich erreicht. Er wies laut Bergrettung schwere Verletzungen an beiden Händen, den Rippen und der Wirbelsäule auf. Der Mann wurde langsam bis ins Tal begleitet, Einsatzende war gegen 4.10 Uhr. Insgesamt waren 34 Bergretter im Einsatz.
Österreich: App führte Bergsteiger über gesperrte Route
Offenbar hatte der Verunglückte seine Route mit einer Wander-App geplant, wie der Bezirksleiter der Bergrettung, Gerhard Kremser, sagte: „Der angebliche Rundweg sei dort von der Mitterfeldalm zum Arthurhaus mit einem Abstieg über das Birgkar angegeben worden.“ Allerdings: Ein Teil der Route ist seit längerer Zeit gesperrt.
„Erneut führte eine Fehleinschätzung der eigenen Möglichkeiten und der geplanten Abstiegsroute zu einer lebensgefährlichen Situation“, so das Urteil der Bergrettung. Und weiter: „Dass der Bergsteiger diesen Absturz überlebt hat, grenzt an ein Wunder.“ Auch die Einsatzkräfte seien durch die schlechte Tourenplanung in erhebliche Gefahr gebracht worden.
