Oktober 21, 2026 10:19 p.m. CEST

Urlaub endet in Katastrophe

Drei Menschen sind tot – „Er ist ein ganz normaler Junge“

Aktualisiert am 21.10.2026 – 16:16 UhrLesedauer: 3 Min.

Der Angeklagte sitzt im Beisein von Justizbediensteten im Landgericht Trier: Ihm wird Mord und zweifacher Totschlag vorgeworfen. (Quelle: Harald Tittel/dpa)

Im gemeinsamen Weihnachtsurlaub soll ein 19-Jähriger seinen Vater, dessen Freundin und deren Tochter getötet haben. Sein Verteidiger widerspricht vehement.

Es sollte ein schöner gemeinsamer Familienurlaub über Weihnachten auf den Kapverden werden: Am Ende sind drei Menschen tot. Erstochen – in einer Ferienwohnung in Mindelo auf der Insel São Vicente.

Als mutmaßlicher Täter steht jetzt ein 19-Jähriger aus der Eifel vor dem Landgericht Trier. Er soll am 23. Dezember 2025 seinen Vater, dessen Freundin und deren Tochter getötet haben. Die Anklage lautet auf Mord und Totschlag.

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Das Motiv für das dreifache Tötungsdelikt ist noch völlig unklar. „Dazu haben wir momentan keine Erkenntnisse“, sagte Oberstaatsanwalt Eric Samel zum Prozessauftakt. Auch der Verteidiger des Angeklagten, Harry Völker, sagte, er habe keine Erklärung für die mutmaßliche Tat seines Mandanten. „Sie haben sich alle gut verstanden.“

Der 19-Jährige wollte sich am ersten Tag des Prozesses nicht zu den Vorwürfen äußern. Es werde aber später eine Erklärung zur Sache geben, sagte sein Anwalt.

Der Angeklagte wollte sich zunächst nicht zur Sache äußern. (Quelle: Harald Tittel/dpa/dpa-bilder)

Der 58 Jahre alte Vater wohnte laut Staatsanwaltschaft im Raum Aachen, die beiden Frauen im Alter von 20 und 45 Jahren hatten ihren Wohnsitz in Berlin.

Drei Tote auf Kapverden: Alle starben an Halsverletzungen

Gegen 4 Uhr morgens habe der 19-Jährige zunächst die Tochter attackiert, sagte Samel. Die junge Frau habe zum Schlafen im Bett gelegen und keine Möglichkeit gehabt, sich zu wehren. Hier laute der Vorwurf Mord – das Mordmerkmal der Heimtücke sei erfüllt.

Danach soll der 19-Jährige seinen Vater und seine Partnerin angegriffen haben. Im Kampf habe er den Opfern „eine Vielzahl von Stich- und Schnittwunden“ zugefügt. Hier lautet die Anklage auf Totschlag. Alle drei starben an den Folgen von Halsverletzungen.

Noch während der Tat setzte die Lebensgefährtin mit ihrem Handy über einen Messengerdienst einen Notruf an eine Verwandte in Deutschland ab. Diese alarmierte daraufhin die deutsche Polizei.

Rückflug kurz vor der Tat gebucht

Laut Samel hat der Angeklagte spätestens am Tattag den Entschluss gefasst, die drei Menschen zu töten. Zuvor habe er seinen Rückflug gebucht.

Nach der Tat war der 19-Jährige in die portugiesische Hauptstadt Lissabon geflogen, wo er festgenommen wurde. Mitte Januar erfolgte seine Auslieferung nach Deutschland.

Oberstaatsanwalt Samel sagte, ein anderer Täter werde ausgeschlossen. „Die Ermittlungen haben sehr, sehr schnell gezeigt, dass der Angeklagte als unmittelbarer Täter in Betracht kommt.“

Oberstaatsanwalt Eric Samel: Die Anklage lautet auf Mord und Totschlag. (Quelle: Harald Tittel/dpa/dpa-bilder)
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