Neuauflage des Dacia Spring
Deutschlands günstigstes E-Auto geht in die zweite Runde
09.09.2026 – 11:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Dacia Spring ist eines der günstigsten Elektroautos Europas, kam aber aus China. Mit der zweiten Generation ändert Dacia das Rezept grundlegend.
Wer beim günstigsten E-Auto Europas, dem Dacia Spring, nach europäischer Herkunft suchte, musste bislang beim Markennamen aufhören. Gebaut wurde der kleine Stromer bei Dongfeng in China. Das ändert sich mit der zweiten Generation: Künftig läuft der Spring im slowenischen Novo Mesto vom Band, Seite an Seite mit dem Renault Twingo E-Tech.
Das ist kein Zufall: Beide Modelle basieren auf derselben Elektroplattform des Konzerns. Ein chinesischer Anteil steckt dennoch in beiden, denn Renault hat den Twingo mit Unterstützung seines Entwicklungszentrums in Shanghai in ungewöhnlich kurzer Zeit auf die Räder gestellt. Von diesen verkürzten Abläufen profitiert nun auch Dacia.
Dennoch ist der neue Spring kein Twingo mit anderem Logo. Mit 3,85 Metern ist er rund sechs Zentimeter länger als der Renault und 15 Zentimeter länger als sein Vorgänger. Vor allem in der Breite macht er einen deutlichen Satz: Statt 1,58 Meter misst er jetzt 1,74 Meter. Das verändert nicht nur die Proportionen, sondern schafft auch mehr Platz. Vier Erwachsene sollen weiterhin hineinpassen, der Kofferraum fasst 337 Liter. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst das Volumen auf bis zu 1.283 Liter.
Zusätzlicher Stauraum im Frunk
Ein paar zusätzliche Liter versteckt Dacia dort, wo beim alten Spring zumindest serienmäßig noch kein Stauraum war: unter der Fronthaube. Der neue Frunk (eine Wortschöpfung aus den englischen Begriffen „front“ und „trunk“, also Kofferraum) fasst 18 Liter und ist damit sogar größer als der des neuen Audi A2 e-tron mit 13 Litern. Der eng verwandte Twingo bietet diesen zusätzlichen Stauraum nicht.
Wie beim Elektro-Twingo ist der Kofferraumboden geteilt, sodass man nicht erst alles ausladen muss, um an ein Fach darunter zu gelangen. In der Mittelkonsole lassen sich Einsätze und Trennwände versetzen. Dazu kommt das aus anderen Dacia-Modellen bekannte YouClip-System, an dem sich etwa Smartphone-Halter, Taschen oder Getränkehalter befestigen lassen.
Beim Bedienkonzept ähnelt der Spring dem Twingo: Die Klimaanlage bekommt weiterhin eigene Regler statt eines Menüs auf dem Touchscreen.
Kleine Batterie statt großer Reichweite
Technisch bleibt der Spring seiner bisherigen Rolle treu. Er soll vor allem Stadtverkehr und kurze Alltagsstrecken abdecken und schleppt wie sein Bruder Twingo deshalb weder besonders viel Leistung noch einen großen Akku mit sich herum. Der Elektromotor leistet 60 kW, also rund 80 PS, und entwickelt 175 Newtonmeter Drehmoment. Tempo 100 soll nach 12,1 Sekunden erreicht sein, bei 130 km/h ist Schluss.
