September 9, 2026 12:36 p.m. CEST

Lebensbedrohliche Folgen möglich

Dieses Risiko besteht in den Monaten nach der Krebsdiagnose


09.09.2026 – 10:58 UhrLesedauer: 3 Min.

Arztgespräch (Symbolbild): Ob bei einem Krebspatienten ein erhöhtes Schlaganfallrisiko besteht, kann der Arzt einschätzen. Ebenso kann dieser den Betroffenen zu vorbeugenden Maßnahmen beraten. (Quelle: SDI Productions/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Eine große Studie aus Israel zeigt: Krebs geht mit einem deutlich erhöhten Risiko für Schlaganfälle einher – zumindest bei bestimmten Krebsarten.

Krebs und Schlaganfall können tödlich enden oder bleibende Beschwerden und Beeinträchtigungen nach sich ziehen – erst recht, wenn sie zusammen auftreten. Das kommt nicht selten vor: Schätzungen zufolge treten etwa 10 Prozent aller Schlaganfälle bei Menschen auf, die an Krebs erkrankt sind.

Studien legen nahe, dass Krebspatienten ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben. Eine neue Untersuchung aus Israel bestätigt das. Sie zeigt: Besonders hoch ist das Risiko in den ersten Monaten nach der Diagnose – und bei bestimmten Krebsarten.

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Hinweis

Die Studie untersuchte ausschließlich erste ischämische Schlaganfälle. Dabei wird ein Blutgefäß im Gehirn verschlossen, meist durch ein Gerinnsel. Aus Gründen der Lesbarkeit ist im Artikel verkürzt von „Schlaganfall“ die Rede. Gemeint ist damit jeweils ein erster ischämischer Schlaganfall.

Daten von mehr als 180.000 Patienten analysiert

Das Forschungsteam verknüpfte Daten aus zwei landesweiten Registern in Israel, nämlich dem Krebs- und dem Schlaganfallregister. Indem die Forscher die Angaben beider Datenbanken zusammenführten, konnten sie untersuchen, wie häufig Menschen nach einer Krebsdiagnose erstmals einen Schlaganfall bekamen.

In die Auswertung flossen Daten von 182.221 Erwachsenen ab 40 Jahren ein, bei denen zwischen 2014 und 2021 erstmals Krebs festgestellt worden war. Berücksichtigt wurden nur bösartige Krebserkrankungen. Gutartige Tumoren und sehr frühe, noch nicht in das umliegende Gewebe eingewachsene Krebsformen waren ausgeschlossen.

80 Prozent mehr Schlaganfälle als erwartet

Die Wissenschaftler konzentrierten sich in der Analyse auf das Jahr nach der Krebsdiagnose. Dabei stellten sie fest: In diesem Zeitraum bekamen 62 von 10.000 Patienten einen ersten ischämischen Schlaganfall. Nach den üblichen Schlaganfallzahlen in der Bevölkerung wären etwa 40 Fälle zu erwarten gewesen. Besonders hoch war das Risiko in den ersten drei Monaten.

Deutlich war der Anstieg vor allem unmittelbar nach der Diagnose. In den ersten drei Monaten war die Schlaganfallrate 2,5-mal so hoch wie erwartet. Danach ging sie zurück.

Studienautorin Carmit Libruder deutet die Befunde als Hinweis darauf, dass die Zeit unmittelbar nach einer Krebsdiagnose genau beobachtet werden sollte. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die ersten Monate nach einer Krebsdiagnose ein kritisches Zeitfenster mit erhöhtem Schlaganfallrisiko sind“, sagt die Wissenschaftlerin.

Die starken Unterschiede zwischen den Krebsarten – insbesondere das hohe Risiko bei Bauchspeicheldrüsen- und Lungenkrebs – unterstreichen ihrer Ansicht nach, wie wichtig es ist, Patienten zu identifizieren, die von einer genaueren Überwachung ihres Schlaganfallrisikos profitieren könnten.

Bei diesen Krebsarten war das Risiko deutlich erhöht

Je weiter der Krebs fortgeschritten war, desto stärker stieg das Schlaganfallrisiko. Bei Patienten, deren Krebs bereits Metastasen gebildet hatte, traten fast dreimal so viele Schlaganfälle auf, wie zu erwarten gewesen wäre. (Allerdings ist diese Zahl mit Vorsicht zu betrachten: Bei fast jedem zweiten Patienten fehlte die Angabe zum Krebsstadium.)

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