Hackerangriff in Berlin
Wohngeld für 50.000 Haushalte gefährdet
19.08.2026 – 03:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach dem Hackerangriff auf Berlins Verwaltung droht Zehntausenden Haushalten ein Problem: Ihr Wohngeld könnte nicht rechtzeitig ankommen.
Mehr als 50.000 Berliner Haushalte bangen um ihr Wohngeld: Nach einem Hackerangriff auf zwei Senatsverwaltungen der Hauptstadt drohen offenbar Verzögerungen bei der Auszahlung. Zudem ist die Online-Beantragung von Briefwahlunterlagen für die Abgeordnetenhauswahl im Herbst eingeschränkt, wie RBB und „Tagesspiegel“ berichten.
Die Berliner Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz wurden bereits am Freitag vom Landesnetz getrennt, um weiteren Schaden abzuwenden. Die Senatskanzlei teilte mit, bei forensischen Untersuchungen sei eine „Inkriminierung des Landesnetzes“ festgestellt worden – die Begriffe Cyberattacke oder Hackerangriff vermied sie dabei.
Nach Hackerangriffen: Wohnungsämter können teils nicht arbeiten
Weil das Fachverfahren für Wohnberechtigungsscheine, Zweckentfremdung und Wohngeld dadurch lahmgelegt ist, können die Wohnungsämter in den Bezirken derzeit keine Anträge bearbeiten. Betroffen sind unter anderem Pankow, wo laut Bezirksamt eine Fallbearbeitung in diesem Bereich derzeit nicht möglich ist, sowie Friedrichshain-Kreuzberg. Auch die Sozialleistung „Bildung und Teilhabe“ ist davon erfasst.
„Der Angriff auf die Systeme der Senatsverwaltung trifft unsere Wohnungsämter mitten im Kern ihrer Arbeit“, sagte Juliane Witt (Linke), Bezirksstadträtin für Soziales und Bürgerdienste in Marzahn-Hellersdorf, dem „Tagesspiegel“. Die Senatsverwaltung arbeite mit Hochdruck an einer Lösung, um die Auszahlung des Wohngelds dennoch rechtzeitig sicherzustellen, teilte Senatssprecherin Christine Richter mit.
Seit Montagabend ist zudem die Online-Beantragung von Briefwahlunterlagen für die Berliner Abgeordnetenhauswahl gestört. Die Senatsinnenverwaltung bestätigte eine Störung beim Zugriff auf den elektronischen Antrag. Nach aktuellem Kenntnisstand bestehe jedoch kein Zusammenhang mit dem Cyberangriff, hieß es sowohl von der Senatsinnenverwaltung als auch von Landeswahlleiter Stephan Bröchler. Am 20. September werden in Berlin das Abgeordnetenhaus und die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen gewählt.











