Immobilie zahlt Rente
So kommen Sie an Geld, ohne das Haus zu verkaufen
Aktualisiert am 25.08.2026 – 15:34 UhrLesedauer: 4 Min.
Das Haus ist viel wert, doch auf dem Konto fehlt das Geld für größere Wünsche oder notwendige Umbauten. Ein Umkehrdarlehen kann helfen, doch Eigentümer sollten genau hinschauen.
Sie möchten ein neues Auto kaufen, eine längere Reise unternehmen oder Ihr Haus altersgerecht umbauen? Das nötige Vermögen wäre eigentlich vorhanden – steckt aber fast vollständig in Ihrer selbst bewohnten Immobilie. Ein Kredit könnte Ihnen die nötige Liquidität verschaffen. Doch gerade im höheren Alter kann es passieren, dass Banken eine Anfrage aufgrund strenger Richtlinien ablehnen.
Mehrere Absagen müssen jedoch nicht automatisch das Aus für Ihr Vorhaben bedeuten. Eine Möglichkeit kann eine sogenannte Umkehrhypothek sein. Damit beleihen Sie Ihre Immobilie und können trotzdem weiterhin darin wohnen. Darauf weist Markus Latta vom Verbraucherservice Bayern hin.
Umkehrhypothek: Der Kredit wächst statt zu schrumpfen
Die Umkehrhypothek, auch Rückwärtshypothek oder Umkehrdarlehen genannt, funktioniert anders als ein klassischer Immobilienkredit. Sie erhalten von der Bank ein Darlehen und hinterlegen dafür Ihre Immobilie als Sicherheit. Die daraus entstehende Schuld wird als Grundschuld ins Grundbuch eingetragen.
Die Zinsen zahlen Sie nicht laufend. Stattdessen schiebt die Bank sie bis zum Ende der Laufzeit auf und schlägt sie auf das Darlehen auf.
Für die Auszahlung gibt es verschiedene Modelle.
- Sie können sich den Kredit einmalig als größere Summe auszahlen lassen. Die Tilgung des Kreditbetrags einschließlich der Zinsen erfolgt dann zu einem vertraglich festgelegten Zeitpunkt.
- Alternativ können Sie eine monatliche Auszahlung über einen bestimmten Zeitraum vereinbaren. Als Hauseigentümerin oder Hauseigentümer erhalten Sie bis zu einem festgelegten Enddatum jeden Monat einen festen Betrag von der Bank. Darlehen und Zinsen werden später getilgt.
- Als dritte Möglichkeit kommt eine lebenslange monatliche Rente infrage. Dabei zahlt die Bank Ihnen jeden Monat einen vereinbarten Betrag, bis Sie sterben. Anschließend tilgen die Erben das Darlehen oder die Immobilie wird verkauft.
Der entscheidende Unterschied zu einem gewöhnlichen Immobilienkredit: Bei monatlicher Auszahlung sinkt Ihre Kreditschuld nicht, sondern steigt. Denn die aufgeschobenen Zinsen kommen zum Darlehen hinzu. Möchten Sie Ihre Immobilie später vererben, verringert die angesammelte Kredit- und Zinslast entsprechend den verbleibenden Immobilienwert.
Markus Latta hebt zugleich eine wichtige Absicherung hervor: „Das Risiko, dass die Kreditschuld den Immobilienwert übersteigt, trägt in der Regel die Bank.“ Reicht der Erlös aus dem späteren Immobilienverkauf nicht aus, um die angesammelten Schulden vollständig zu begleichen, haften die Erben demnach nicht mit ihrem eigenen Vermögen.
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Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg weisen außerdem auf eine wichtige Abgrenzung hin: Verlangt eine Bank während der Laufzeit Zins- oder Tilgungszahlungen aus Ihrem laufenden Einkommen, handelt es sich nicht um eine Umkehrhypothek. Dann haben Sie ein reguläres, durch die Immobilie abgesichertes Immobiliendarlehen abgeschlossen.
Für wen sich ein Umkehrdarlehen eignen kann
Die Immobilienverrentung richtet sich vor allem an ältere Eigentümerinnen und Eigentümer, die zusätzliches Kapital benötigen, ihre Immobilie und ihr gewohntes Umfeld aber nicht aufgeben möchten.
Das erforderliche Mindestalter liegt meist zwischen 60 und 70 Jahren oder darüber. Eher infrage kommen hochpreisige Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen. Die Immobilienexperten von Dr. Klein raten zudem dazu, dass das Grundstück lastenfrei oder nur geringfügig belastet sein sollte.















