Juli 25, 2026 9:13 p.m. CEST

Waldbrände in Südeuropa

Megafeuer kurz vor Großstadt – Hunderttausende flüchten

Aktualisiert am 25.07.2026 – 19:45 UhrLesedauer: 3 Min.

Brand bei Bordeaux: Die Feuerwehr kann die Flammen bisher nicht stoppen. (Quelle: IMAGO/GUILLAUME BONNAUD)

Die Waldbrände in Frankreich und Spanien haben eine Evakuierungswelle ausgelöst: Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen, auch Urlauber sind betroffen.

Rund 257.000 Menschen sind in Frankreich und Spanien vor Waldbränden in Sicherheit gebracht worden. Im Südwesten Frankreichs haben die anhaltenden Brände eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgelöst. Im Département Gironde wurden nach Angaben des Innenministers Laurent Nuñez inzwischen 167.000 Menschen evakuiert. Auch in Spanien mussten nach Regierungsangaben inzwischen knapp 60.000 Menschen ihre Häuser verlassen.

Besonders betroffen ist das südwestfranzösische Département Gironde rund um Bordeaux. Allein in der Nacht wurden in mehreren Gemeinden im Umland der Großstadt 57.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Nach Angaben des Innenministers Laurent Nuñez mussten außerdem 31.000 Menschen im benachbarten Département Landes wegen der Brände ihre Häuser verlassen. Die Flammen sind Nuñez zufolge nur noch etwa 30 Kilometer von Bordeaux entfernt.

Unter den Evakuierten sind viele Urlauber aus der bei Touristen beliebten Küstenregion rund um das Bassin d“Arcachon. Schiffe wurden eingesetzt, um Menschen unter anderem von der Halbinsel Cap Ferret in Sicherheit zu bringen.

Ein Strandbesucher am Strand von Moutchic in Lacanau im Südwesten Frankreichs: In Spanien und Frankreich wurden schon 257.000 Menschen in Sicherheit gebracht. (Quelle: Maximilien Lamy/AFP/dpa/dpa-bilder)

Waldbrände: Frankreich mobilisiert zusätzliche Soldaten

Frankreich verstärkt angesichts der dramatischen Lage die Unterstützung der Feuerwehr. Die Zahl der Soldaten, die die Feuerwehr bei den Löscharbeiten unterstützen, werde von 500 auf 1.000 erhöht, teilte Verteidigungsminister Sébastien Lecornu nach einer Sitzung des interministeriellen Krisenstabs mit. Zudem soll ein Militärflugzeug vom Typ A400M mit einem speziellen Löschsystem eingesetzt werden, das bis zu 20 Tonnen Löschmittel abwerfen kann.

Die Mobilisierung der Einsatzkräfte bleibe weiterhin sehr groß, erklärte der Innenminister. 18 Löschflugzeuge seien im Einsatz. Sie werfen Wasser oder Brandverzögerungsmittel über den Flammen ab, wie der Minister sagte. Zudem werden 1,5 Millionen FFP2-Masken in die Region Gironde geliefert, um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor dem gesundheitsschädlichen Rauch zu schützen.

Für Reisende gibt es zudem Erleichterungen: Verkehrsminister Philippe Tabarot teilte mit, dass die Eisenbahngesellschaft SNCF angesichts der Brände eine Sonderregelung für Reisen in die betroffenen Gebiete einführt. Fahrten in die Region Bordeaux und andere betroffene Zonen können demnach kostenlos verschoben oder storniert werden.

Ein umgebauter Militärtransporter vom Typ A400M wirft Löschmittel bei Lacanau im Südwesten Frankreichs ab. (Quelle: Abdul Saboor)

Waldbrände in Frankreich erreichen historisches Ausmaß

Nach Angaben der Präfektur Gironde hat der seit Mittwoch wütende Großbrand inzwischen mehr als 19.000 Hektar Fläche erfasst. Etwa 100 Gebäude wurden zerstört. Der beißende Rauchgeruch ist mittlerweile bis in die Stadt Bordeaux vorgedrungen.

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