„Verunsichert und verängstigt“
VW-Beschäftigte erheben schwere Vorwürfe gegen Vorstand
24.08.2026 – 18:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Volkswagen muss kräftig sparen, mehrere Werke stehen auf der Kippe. Bei seiner Tour durch den Konzern erwarten VW-Chef Blume harte Gespräche.
Vor einer Reihe von Betriebsversammlungen haben die Volkswagen-Beschäftigten dem Konzernvorstand des Autobauers schwere Vorwürfe gemacht. Aufgrund der „desaströsen Kommunikation nach außen durch den Vorstand“ seien die Mitarbeitenden und ihre Familien „verunsichert und verängstigt“, heißt es in einem Text des Gesamtbetriebsrats. Der Vorwurf stammt aus einer Online-Erhebung, bei der die Beschäftigten ihre Fragen an den Konzernvorstand formulieren konnten.
Im Juli hatten Medien tagelang über mögliche Stellenstreichungen berichtet. Konzernchef Oliver Blume äußerte sich danach in einem im Intranet des Konzerns veröffentlichten Interview: Dabei sprach er von weltweit etwa 50.000 abzubauenden Stellen, um die Gemeinkosten auf ein „wettbewerbsfähiges Niveau“ zu bringen.
In einem weiteren internen Interview aus der vergangenen Woche sagte der Konzernchef, ein Abbau von rund 50.000 Stellen weltweit bis 2030 sei „keine fixe Zielgröße“. Die Zahl errechne sich „aus unserem Kostenziel im Vergleich zum Wettbewerb und gibt eine Orientierung, wie groß unser Handlungsbedarf ist“.
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Vier VW-Werke stehen auf der Kippe
Die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm stehen zudem auf der Kippe. Blume wiederholte in dem jüngsten Intranet-Interview, in den genannten Werken „können wir heute keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre darstellen“. Eine konkrete Entscheidung zu Werksschließungen sei noch nicht getroffen, fuhr er fort. Blume nannte die Lage bei Volkswagen „mehr als kritisch“.
In dieser Woche findet eine Reihe von außerordentlichen Betriebsversammlungen statt. Am Dienstag in Wolfsburg sowie am Mittwoch in Emden und Zwickau will Blume persönlich daran teilnehmen.
Niedersachsen sperrt sich offenbar gegen VW-Pläne
Der Konzernchef hatte seine Sparpläne im Juli im Aufsichtsrat vorgestellt; eine Entscheidung wurde aber nicht getroffen. Medienberichten zufolge wollte das Land Niedersachsen – mit 20 Prozent der Stimmrechte Großaktionär – nicht zustimmen. Der Betriebsrat kritisierte anschließend, es sei „unverantwortlich, die Belegschaft im Unklaren zu lassen“ und kündigte die Betriebsversammlungen nach der Sommerpause an.
IG-Metall-Chefin Christiane Benner hatte der „Wirtschaftswoche“ kürzlich gesagt, die neuen Sparpläne hätten die Vertrauenskultur bei Volkswagen zerstört. „Die Belegschaft musste bereits heftige und schmerzhafte Einschnitte hinnehmen und kriegt direkt die nächste Ohrfeige.“
