Zusammenschluss zum 1. Juli 2027
Weitere Krankenkassen kündigen Fusion an
24.08.2026 – 13:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit April dieses Jahres ist die BKK Firmus nicht mehr bundesweit geöffnet. Mit einer weiteren Fusion will die Bremer Krankenkasse diesen Umstand ändern.
Die Zahl der Krankenkassen sinkt weiter: Die BKK Firmus und die Heimat Krankenkasse haben angekündigt, künftig ihre Kräfte zu bündeln. Die Verwaltungsräte der beiden Krankenkassen haben eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben. Der Zusammenschluss ist für den 1. Juli 2027 geplant. Die vereinigte Kasse soll den Namen BKK Firmus tragen.
Zwei weitere Fusionen angekündigt
Durch die Fusion würde eine Krankenkasse mit knapp 1,4 Millionen Versicherten entstehen. Der Löwenanteil (1,2 Millionen) stammt dabei von der BKK Firmus, die in den vergangenen Wochen bereits zwei weitere Fusionen mit kleineren Betriebskrankenkassen angekündigt hatte:
- Die Fusion mit der BKK Rieker Ricosta Weisser (3.118 Versicherte) soll zum 1. Januar 2027 vollzogen werden.
- Ebenfalls für den 1. Januar 2027 ist der Zusammenschluss mit der BKK Pfaff (39.950) geplant.
Die Heimat Krankenkasse kommt laut dem Geschäftsbericht von 2024 auf knapp 120.000 Versicherte. Sie ist im Jahr 2000 hervorgegangen aus der Fusion der BKK C.A. Delius & Söhne und der BKK Oetker, der Betriebskrankenkasse der Bielefelder Oetker-Gruppe, die hinter Marken wie Dr. Oetker, Coppenrath & Wiese und der Radeberger Gruppe steht.
BKK Firmus wieder bundesweit geöffnet
Durch den Zusammenschluss wäre die BKK Firmus, die als eine der günstigsten Krankenkassen in Deutschland gilt, wieder für Versicherte in ganz Deutschland geöffnet. Im April war der Bremer Krankenkasse untersagt worden, Versicherte aus sechs Bundesländern (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen) aufzunehmen, da die Stammunternehmen der BKK Firmus in diesen Ländern keine Betriebsstätten unterhalten, wie es das Krankenkassenorganisationsrecht vorschreibt.
- 376.000 Versicherte betroffen: Zwei weitere Krankenkassen prüfen Zusammenschluss
- Überraschende Entscheidung: Kooperation beendet: Krankenkassen blasen Fusion ab
Die angekündigten Fusionen der BKK Firmus reihen sich ein in zuvor angekündigte Zusammenschlüsse. So haben die IKK gesund plus und die IKK Brandenburg und Berlin ihre Fusion schon zum 1. Oktober dieses Jahres beschlossen. Auch die mkk und die BKK Pfalz wollen ihre Kräfte vereinen.
Linnemann will Zahl der Krankenkassen reduzieren
Das spielt Gesundheitsminister Carsten Linnemann in die Karten. Dieser hatte im Interview mit der „Bild am Sonntag“ sein bereits zuvor geäußertes Ziel bestätigt, die Zahl der Krankenkassen stark zu reduzieren. Linnemann hält eine Zahl von 10 bis 20 Krankenkassen für ausreichend – derzeit gibt es noch 93 Kassen hierzulande.
Die Krankenkassen selbst sehen Zwangsfusionen indes sehr kritisch. Eine pauschale Fusionsverpflichtung bringe keine relevanten Einsparungen, betonte der IKK-Verband in der vergangenen Woche bei einem Pressegespräch. So seien bereits heute 84 Prozent der GKV-Versicherten bei einer der 20 größten Krankenkassen versichert. Zudem seien die Verwaltungskosten mit vier Prozent der Gesamtausgaben vergleichsweise niedrig. „Größe allein schafft weder eine bessere Versorgung oder Versichertennähe noch eine nachhaltige Finanzierung“, bemerkte Hans-Jürgen Müller, Vorstandsvorsitzender des IKK-Verbands.
