Bei jungen Erwachsenen
So wirkt sich Dampfen auf die Fitness aus
15.07.2026 – 11:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Rauchen kann nachweislich tödlich sein. Über die langfristigen Folgen des Dampfens ist noch wenig bekannt. Eine Studie liefert nun wichtige Hinweise.
Junge Erwachsene, die E-Zigaretten konsumieren (also dampfen oder vapen), sind körperlich weniger leistungsfähig als Gleichaltrige, die weder rauchen noch dampfen. Dabei ist die Fitness durch E-Zigaretten ähnlich stark eingeschränkt wie die durch Tabakrauchen. Das hat eine Studie mit 75 gesunden 18- bis 30-Jährigen gezeigt, die allesamt eine normale Lungenfunktion und einen vergleichbaren Lebensstil hatten.
Gut zu wissen
E-Zigaretten, auch Vapes genannt (abgeleitet vom englischen Wort Vaporiser = Verdampfer), enthalten eine Flüssigkeit. Dieses sogenannte Liquid wird über ein batteriebetriebenes Heizelement erwärmt und verdampft und anschließend über ein Mundstück eingeatmet. Für gewöhnlich enthält es Nikotin sowie Aroma- und Geschmacksstoffe. Seine genaue Zusammensetzung ist je nach Produkt sehr unterschiedlich.
Strampeln für die Wissenschaft
Die teilnehmenden Personen bildeten drei gleich große Gruppen: Eine dampfte (ohne je geraucht zu haben), eine rauchte (ohne je gedampft zu haben) und eine hatte beides noch nie getan. Alle Gruppenmitglieder absolvierten für die Studie einen Belastungstest mit steigendem Kraftaufwand auf dem Fahrradergometer. Dabei erfasste das Forschungsteam unter anderem die Atmung, die Sauerstoffaufnahme, die Herzfrequenz und den Milchsäure- beziehungsweise Laktatwert im Blut.
Ähnliche Einbußen in der Fitness
Der Vergleich der drei Gruppen ergab: Beim Konsum von E-Zigaretten sowie von herkömmlichen Zigaretten waren die maximale Leistungsfähigkeit und die Sauerstoffaufnahme um etwa 15 Prozent geringer als bei den Nichtrauchern.
Auch bei geringerer Belastung zeigten sich bereits Unterschiede. Wer dampfte oder rauchte, atmete stärker, obwohl die Atmung weniger effizient war. Gleichzeitig stieg der Laktatwert schneller an. Das deutet darauf hin, dass die Muskulatur der Betroffenen früher an ihre Grenzen kam.
Außerdem berichteten die Mitglieder der Dampf- und der Rauchgruppe häufiger über Atemnot und starke Ermüdung der Beine während des Belastungstests. Diese Effekte fielen in beiden Gruppen ähnlich aus.
Hinweise auf Veränderungen an den Blutgefäßen
Zusätzlich untersuchte das Forschungsteam bei allen teilnehmenden Personen die Funktion der Blutgefäße per Ultraschall und suchte nach Entzündungsmarkern im Blut. Dabei fanden sich Hinweise auf eine verschlechterte Gefäßfunktion und Anzeichen von Entzündungsprozessen – aber nur bei denjenigen, die dampften oder rauchten.
Dies legt nahe, dass der Konsum von E-Zigaretten für das Herz-Kreislauf-System ähnlich schädlich sein kann wie gewöhnliches Tabakrauchen.
Frühe Warnsignale
Das Forschungsteam sieht in den Studienergebnissen einen wichtigen Hinweis auf mögliche frühe gesundheitliche Folgen des Dampfens – gerade im Hinblick auf die wachsende Zahl junger Erwachsener, die noch nie geraucht haben, sich aber für den Konsum dieser Produkte entscheiden.
Dr. Stamatoula Tsikrika von der Fachgruppe für Tabak, Tabakkontrolle und Gesundheitserziehung der European Respiratory Society, die nicht an der Studie beteiligt war, warnt ebenfalls: „Mit der zunehmenden Beliebtheit des Dampfens wachsen auch die Bedenken, dass es sich zu einem normalisierten Verhalten entwickelt, das als Einstieg in die Nikotinsucht dient und ernsthafte Gesundheitsrisiken mit sich bringt.“















