3.000 Euro extra sind möglich
So viel mehr Rente gibt es durch die Klingbeil-Reform
Aktualisiert am 14.08.2026 – 14:05 UhrLesedauer: 5 Min.

Die Bundesregierung will die Bürger schon im Kindesalter für die Rente vorsorgen lassen. Was bringt die neue „Frühstart-Rente“?
Die Bundesregierung ist einen nächsten Schritt in ihrem großen Reformbestreben für die Altersvorsorge gegangen. Am Mittwoch hat das Bundeskabinett die Frühstart-Rente beschlossen. Damit ist ein wichtiger Schritt bis zum Parlamentsbeschluss gegangen.
Ziel der Frühstart-Rente ist es, dass die Menschen in Deutschland schon im Kindesalter anfangen, für ihre spätere Rente zu sparen. Ab Jahrgang 2020 sollen alle Kinder mit ihrem sechsten Geburtstag ein Depot erhalten können, in das der Staat monatlich zehn Euro investiert. Eltern oder Freunde und Verwandte dürfen darüber hinaus auch Geld hinzuzahlen.
Wenn sich die Eltern nicht eigenständig mit dem Thema befassen, legt der Bund das Geld für das Kind in einer kollektiven Anlage an, verwaltet wird es von der Deutschen Bundesbank. Wird später doch noch ein Vertrag für das Kind abgeschlossen, kann das bisher angesparte Kapital von der Bundesbank in das neue Depot überführt werden.
Die Kinder können das Geld aber nicht mit dem 18. Geburtstag abrufen – es bleibt bis zu ihrem 65. Geburtstag unzugänglich. Nach dem 18. Geburtstag gibt es aber keine staatliche Förderung mehr. Das Kapital kann dann in ein neues Altersvorsorgeprodukt, etwa das Altersvorsorgedepot, überführt werden. Dort kann es weiter bespart werden und Anleger können von der neuen staatlichen Förderung profitieren.
3000 Euro Extra-Rente: So klappt die Frühstart-Rente
Doch wie viel bringt das wirklich? t-online hat für verschiedene Szenarien ausgerechnet, wie viel mehr Rente Sie mit der Frühstart-Rente bekommen könnten:
Szenario 1: Der Staat verwaltet das Geld, es finden keine Zuzahlungen statt. Auch später wird kein Altersvorsorgedepot bespart.
Dieses Szenario ist das ungünstigste von allen: Insgesamt zahlt der Staat bis zum 18. Lebensjahr des Kindes 1.440 Euro ein. Das Geld wird von der Bundesbank in einem breit gestreuten Aktienfonds angelegt, von dem für die Rechnung angenommen wird, dass er eine durchschnittliche jährliche Rendite von sechs Prozent erzielt. Aus den 1.440 Euro werden so bis zum 18. Lebensjahr des Kindes 2.145 Euro. Danach enden die Zahlungen, erst wenn der Frühstart-Rentner 65 Jahre alt wird, kann er das Geld bekommen.
Das Geld sammelt aber, auch wenn nicht mehr aktiv eingezahlt wird, bis dahin weiter die Renditen des Fonds ein. Der Zinseszinseffekt kommt zum Tragen, sodass nach 47 Jahren bei gleichbleibender durchschnittlicher Rendite 35.734 Euro auf dem Konto liegen. Das ist kein Vermögen, aber immer noch so viel, dass man sich 20 Jahre lang monatlich 250 Euro als Zusatzrente auszahlen lassen könnte (Entnahmeplan mit Kapitalverzehr). Zu bedenken ist allerdings, dass diese 250 Euro bis zu diesem Zeitpunkt durch die Inflation deutlich weniger wert sein dürften als heute.














