Sechs Meistertitel
Traditionsklub steht endgültig vor der Insolvenz
04.09.2026 – 17:10 UhrLesedauer: 3 Min.
Zuletzt wurde Girondins Bordeaux in die sechste Liga zwangsversetzt. In der Folge regte sich sogar aus der Politik Widerstand – jedoch erfolglos.
Girondins Bordeaux steht endgültig vor der Insolvenz. Der französische Fußballverband FFF bleibt bei seiner Entscheidung, den Traditionsklub von den nationalen Meisterschaften auszuschließen, wie mehrere nationale Medien sowie die Nachrichtenagentur AFP berichten. Eine Wiedereingliederung wurde demnach am Donnerstag vom Exekutivkomitee Comex abgelehnt.
Bordeaux wird damit weiterhin in der sechstklassigen Régional 1 antreten müssen. Dorthin war der Verein im Juli von der nationalen Finanzkontrollbehörde (DNCG) zwangsversetzt worden. Grund für den drastischen Schritt waren massive finanzielle Probleme.
Empörte Reaktion von Bordeaux
Der Klub reagierte in einer Stellungnahme mit Empörung. „Ein 1881 gegründeter Verein, sechsmaliger französischer Meister, darf nicht nach einer nur wenige Minuten dauernden Sitzung, die weder seiner Geschichte noch seiner Bedeutung für den französischen Fußball gerecht wird, in die Insolvenz geschickt werden“, hieß es unter anderem auf X. Rechtlich gesehen sei zudem keine Entscheidung getroffen worden.
Mehr noch: „Der Exekutivausschuss hat nicht über den Antrag des Vereins beraten, der ihm zusammen mit allen Unterlagen vorgelegt wurde, und es fand keine Abstimmung statt“, ließ Bordeaux verlauten. „Zu behaupten, es gäbe eine Ablehnung, obwohl das zuständige Gremium noch nicht einmal beraten hat, ergibt keinen Sinn.“
Comex-Mitglieder treffen Entscheidung einstimmig
Laut der Sportzeitung „L’Équipe“ hatte es zuletzt aus der Politik Druck gegeben, die vor wenigen Wochen getroffene Entscheidung der DNCG zu kippen. Die Mitglieder des Exekutivkomitees seien lediglich auf Antrag der Sportministerin Marina Ferrari zusammengekommen, heißt es in dem Bericht. Die 52-Jährige habe diesen am Mittwoch an den FFF gestellt und in dem Schreiben den Wunsch geäußert, eine Aufnahme von Bordeaux in die N2, seit diesem Sommer die fünfte Liga, prüfen zu lassen. In der Vorwoche hätten die Comex-Mitglieder eine Sitzung noch abgelehnt.

Trotz Ferraris Bemühungen kam es jedoch nicht zu einer Wiedereingliederung des Klubs. Eine Anwaltskanzlei hätte dem FFF bestätigt: Ein erneutes Aufrollen des Verfahrens sei rechtlich nicht möglich, dazu habe sich der Verband strikt an die geltenden Regeln gehalten. Daraufhin habe sich das Exekutivkomitee des Verbands entschieden, die Finanzbehörde DCNG nicht zu einer erneuten Prüfung der Entscheidung gegen Bordeaux aufzufordern.
Wiedereingliederung „hätte Glaubwürdigkeit der DNCG zerstört“
Außerdem teilte der FFF laut „L’Équipe“ mit, dass ihm derzeit kein detaillierter Sanierungsplan der neuen Aktionäre vorliege. Der Verband sprach in diesem Zusammenhang sogar von „dürftigen Unterlagen“.
„Der FFF ist dafür da, Fairness und Gleichbehandlung zwischen den Klubs sicherzustellen – unabhängig davon, ob sie groß oder klein sind“, zitierte die Sportzeitung den FFF. „Bordeaux wieder zu integrieren, wäre eine Entscheidung nach Gutsherrenart gewesen und hätte die Glaubwürdigkeit der unabhängigen DNCG und unserer Verbandsregularien zerstört.“














