„Wirklich unheimlich“
Maria Furtwängler warnt vor AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt
05.09.2026 – 15:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Am Sonntag sind die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Maria Furtwängler blickt darauf mit Sorge. Im t-online-Interview erklärt die Schauspielerin, was sie befürchtet.
Ganz Deutschland sieht der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September mit Spannung entgegen. Umfragen zeigen, dass eine Regierungsübernahme durch die AfD möglich ist. „Tatort“-Kommissarin Maria Furtwängler ist sich dessen bewusst. Die 59-Jährige hat im t-online-Interview Kritik an der Partei geübt.
Auf einen potenziellen Sieg der AfD blickt sie „mit großer Sorge“. „Ich halte es für sehr beunruhigend, dass es der AfD gelungen ist, wissenschaftliche Erkenntnisse zu negieren und sie als eine Art Meinung von vielen darzustellen“, sagte sie. Konkret bezieht sie sich damit auf die Aussagen der Partei zur Umweltpolitik. „Der Versuch, die Klimakrise zu leugnen, in einer Zeit, in der sie für alle so greifbar ist, die wirtschaftlichen Schäden riesig sind und die Hitze, laut Robert Koch-Institut, über 15.000 Todesfälle verursacht hat, ist wirklich unheimlich. Anders kann ich es gar nicht sagen.“
Darum braucht es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
In Ihrem Wahlprogramm kündigt die AfD außerdem an, die Rundfunkstaatsverträge kündigen zu wollen. „Das finde ich hochproblematisch“, sagte Furtwängler dazu. „Aus unserer bundesdeutschen Geschichte wissen wir einfach, wie wichtig es ist, unabhängigen Journalismus zu ermöglichen und zu unterstützen.“ Sie macht in diesem Zusammenhang auf den Begriff „Pink Slime Journalism“ aus den USA aufmerksam. „Er beschreibt, wie es ist, wenn statt journalistischer Inhalte nur noch Fake News als Pseudo-Journalismus das Netz und die Hirne fluten werden“, so Furtwängler.
Was bedeutet „Pink Slime Journalism“
Als „Pink-Slime-Journalismus“ (oder kürzer „Pink Slime“) werden gefälschte oder irreführende Nachrichtenseiten bezeichnet, die den Eindruck erwecken, seriöse und unabhängige lokale Medien zu sein. In Wahrheit werden so aber PR-Inhalte, politische Propaganda oder wirtschaftliche Interessen verbreitet.
Furtwängler erinnerte in diesem Zusammenhang an Steve Bannon, den ehemaligen Berater von US-Präsident Donald Trump. „Flood the zone with shit“, also „Überschütte die Zone mit Müll“, ist ein von Bannon geprägter Satz. „Es geht gar nicht mehr darum, sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen und Fakten zu diskreditieren, sondern darum so viele vermeintlich andere Erklärungsmodelle in die Welt zu setzen, dass am Schluss der Eindruck entsteht: ‚So genau weiß man das ja alles gar nicht'“, so Furtwängler.
Bannon war 2022 wegen Missachtung des Kongresses zu einer Haftstrafe verurteilt worden, die er erst zwei Jahre später antrat. Zudem war er Chef der ultrarechten Website „Breitbart“. Im Kontext der Aufklärung des Sturms auf das Kapitol im Januar 2021 war er überdies verurteilt worden.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein Garant dafür, verschiedene Perspektiven auszuleuchten, investigativ sauber zu arbeiten und wissenschaftliche Grundlagen einzubeziehen und zu vermitteln.
Maria Furtwängler über den ÖRR














