Oktober 13, 2026 6:34 p.m. CEST

Jahre vor der Diagnose

Diese Symptome können auf Alzheimer hinweisen


13.10.2026 – 16:27 UhrLesedauer: 3 Min.

Nervenzellen sterben früher (Symbolbild): Bei Alzheimer-Patienten können dadurch verschiedene Beschwerden entstehen.

Nervenzellen sterben früher (Symbolbild): Bei Alzheimerpatienten können dadurch verschiedene Beschwerden entstehen. (Quelle: koto_feja/getty-images-bilder)

Alzheimer beginnt oft schon, lange bevor Ärzte die Krankheit erkennen. Eine neue Studie zeigt nun, welche gesundheitlichen Auffälligkeiten bei Betroffenen bereits Jahre zuvor gehäuft auftreten.

Alzheimer – die häufigste Form der Demenz – trifft nicht nur Menschen in hohem Alter. Beginnen die Symptome vor dem 65. Lebensjahr, sprechen Fachleute von einer früh einsetzenden Alzheimer-Erkrankung. Sie macht bis zu zehn Prozent aller Alzheimer-Fälle aus.

Wie bei anderen Demenzerkrankungen wird auch diese Form von Alzheimer meist erst spät entdeckt. Bis zur Diagnose vergehen im Schnitt über drei Jahre – Zeit, in der man der Erkrankung gezielt entgegenwirken könnte. Ein Forschungsteam der Universität Oulu und der Universität Ostfinnland hat nun herausgefunden, dass Alzheimerpatienten in den Jahren vor der Diagnose gewisse gesundheitliche Auffälligkeiten entwickeln. Die Erkenntnisse könnten künftig helfen, Alzheimer bei jüngeren Menschen früher zu erkennen. Die Studie erschien im Fachjournal „Alzheimer’s & Dementia“.

Studie blickt 15 Jahre vor die Diagnose zurück

Die Forscher betrachteten die Krankengeschichten von 407 Menschen, die zwischen 2010 und 2021 die Diagnose einer früh einsetzenden Alzheimer-Erkrankung erhalten hatten. Als Vergleich dienten 4.035 Menschen gleichen Alters und Geschlechts ohne Erkrankung.

Besonders in den fünf Jahren vor der Alzheimer-Diagnose waren bestimmte Beschwerden bei den später Erkrankten deutlich häufiger als bei Menschen ohne Alzheimer. Dazu gehören:

  • Schwindel: bei 5,9 Prozent der späteren Alzheimerpatienten gegenüber 2,1 Prozent in der Kontrollgruppe
  • Depressionen: 5,7 Prozent gegenüber 2,3 Prozent
  • Kopfschmerzen: 4,9 Prozent gegenüber 1,6 Prozent
  • Schilddrüsenerkrankungen: 2,5 Prozent gegenüber 0,8 Prozent
  • Delir (Verwirrtheit): 1,5 Prozent gegenüber 0,1 Prozent
  • Hirnverletzungen: 2,9 Prozent gegenüber 0,9 Prozent
  • Alkoholbedingte Erkrankungen: 3,4 Prozent gegenüber 1,4 Prozent
  • Epilepsie: 2,2 Prozent gegenüber 0,7 Prozent
  • Schlaganfälle: 4,4 Prozent gegenüber 2,0 Prozent
  • Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen: 5,2 Prozent gegenüber 2,9 Prozent

In der Zeit vor der Diagnose sammelten sich bei den Betroffenen insgesamt mehr scheinbar unzusammenhängende gesundheitliche Probleme. Zugleich nahmen sie häufiger medizinische Hilfe in Anspruch. Den stärksten Anstieg der Arztkontakte registrierten die Forscher im letzten Jahr vor der Diagnose.

Hörprobleme fallen bis zu zehn Jahre vorher auf

Besonders früh zeigte sich ein Unterschied bei Tinnitus und beidseitigem Hörverlust, der auf eine Störung im Innenohr oder am Hörnerv zurückgeht. Sechs bis zehn Jahre vor der Alzheimer-Diagnose verzeichneten die Register solche Erkrankungen bei 4,7 Prozent der später Erkrankten. In der Kontrollgruppe lag der Anteil bei 2,1 Prozent. Neben Problemen beim Hören können auch Veränderungen in der Stimme Hinweise auf eine Demenzerkrankung geben, haben andere Forscher kürzlich herausgefunden.

Für den Zeitraum elf bis 15 Jahre vor der Diagnose entdeckte das Team keine statistisch eindeutigen Unterschiede. Auch Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte traten bei den späteren Alzheimerpatienten nicht häufiger auf. Das unterscheidet den Autoren zufolge die frühe Form möglicherweise von Alzheimer nach dem 65. Lebensjahr. Bei der später einsetzenden Form gelten Herz-Kreislauf-Probleme als bekannte Risikofaktoren.

Aktie.
Die mobile Version verlassen