Reichweitenangst nimmt im Alltag ab
Das ist die neue Sorge von E-Auto-Fahrern
04.11.2026 – 07:52 UhrLesedauer: 4 Min.
Viele Autofahrer fürchten vor dem Kauf eines E-Autos leere Akkus und fehlende Ladesäulen. Neue Zahlen zeigen: Im Alltag geht es um andere Probleme.
Wer über den Kauf eines Elektroautos nachdenkt, landet schnell bei denselben Fragen: Genügt die Reichweite? Gibt es unterwegs genug freie Ladesäulen? Und was passiert, wenn der Akkuladestand auf der Autobahn schneller schrumpft als die Geduld der Kinder auf dem Rücksitz?
Neue Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen nun: Diese Sorgen spielen vor dem Kauf zwar eine große Rolle. Im Alltag vieler E-Auto-Fahrer rücken offenbar aber andere Themen in den Vordergrund.
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Ladenetz ist schwach ausgelastet
In den ersten drei Quartalen 2026 wurden mehr als 604.000 vollelektrische Pkw in Deutschland neu zugelassen. Damit wurde der Rekord des gesamten Vorjahres bereits übertroffen. 2025 waren es rund 545.000 Fahrzeuge. Der Anteil vollelektrischer Pkw an den Neuzulassungen liegt im laufenden Jahr bislang bei 27,2 Prozent, seit dem Sommer sogar bei mehr als einem Drittel.
Beim Laden zeichnet der Verband in seinem Elektromobilitätsmonitor trotz steigender Zahl an Fahrzeugen ein deutlich entspannteres Bild, als viele Vorbehalte vermuten lassen. In Deutschland gibt es laut BDEW inzwischen mehr als 220.000 öffentliche Ladepunkte. Die installierte Ladeleistung liegt bei mehr als elf Gigawatt. Besonders stark wächst demnach das Angebot an Schnell- und Ultraschnellladern.
Trotz steigender E-Auto-Zulassungen seien öffentliche Ladepunkte im Durchschnitt nur zu 13 Prozent zeitgleich belegt. Bei AC-Ladern, also den langsameren Normalladepunkten, liege die gleichzeitige Belegung durchschnittlich nie über 17 Prozent. Das bedeutet nicht, dass es an einzelnen Standorten, zu bestimmten Zeiten oder auf einzelnen Strecken nicht doch eng werden kann. Im Bundesdurchschnitt ist das Ladenetz nach Darstellung des BDEW derzeit aber nicht der Engpass, für den es viele Interessenten halten.
Das spiegelt sich auch in der Zufriedenheit wider: 91 Prozent der befragten Nutzer sehen ihre Erwartungen an das öffentliche Laden laut BDEW erfüllt oder sogar übertroffen.
Die Sorge verschiebt sich
Damit verschiebt sich der Blick auf ein anderes Problem: Wie die „Welt“ unter Berufung auf die BDEW-Daten berichtet, machen sich viele E-Auto-Besitzer mittlerweile stärker über den Wertverlust ihres Fahrzeugs Gedanken.
Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen entwickelt sich die Technik bei Elektroautos weiterhin schnell. Neue Modelle laden schneller, fahren weiter und bieten oft bessere Software. Ein nur wenige Jahre altes E-Auto kann dadurch älter wirken als ein gleich alter Verbrenner. Zum anderen war die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos in der Vergangenheit teils schwächer als das Angebot. Vor allem bei teureren Dienstwagen kamen viele Fahrzeuge nach wenigen Jahren auf den Markt. Das drückte die Restwerte.
Gebrauchtmarkt wächst deutlich
Inzwischen kommt der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos aber in Bewegung. Laut BDEW wechselten in den ersten neun Monaten 2026 rund 261.000 vollelektrische Pkw den Besitzer. Das sind etwa 56 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.













