Gisbert Baltes ist tot. Der Journalist begleitete den Kölner Karneval über Jahre. Stephan Brings erinnert sich an einen besonderen Abend mit ihm.
Es ist wirklich wahr: Wenn du in die Jahre kommst, dann kommen die „Einschläge“ immer näher. Das habe ich früher für altkluges Gerede von alten Leuten gehalten. Aber mittlerweile sehe ich ein, dass es stimmt. Denn wir haben in letzter Zeit viele Wegbegleiter verloren. Die meisten zum Glück in einem Alter, das wir selbst erst mal gesund erreichen müssen. Andere müssen zu früh gehen, nach langem, hartem Kampf gegen eine Krankheit.
Seit wir im Karneval unterwegs sind, das sind immerhin schon 26 Jahre, da gab es immer einen Hans Dampf in allen Gassen beim WDR: Gisbert Baltes war der ungekrönte König im Kölner Karneval. Was auch immer im TV über und mit der Session zu tun hatte, Gisbert war dabei. Er hatte als Redakteur und Moderator die Fäden in der Hand. Er hat ganze Nächte in Kneipen gedreht. Besonders ist mir eine WDR-Produktion in Erinnerung geblieben.
- Stephan Brings zum Kölner Karneval: Nit nur Party und suffe
Das war im Gasthaus Wirtz. Direkt gegenüber vom Eingang zum „Klösterchen“ im Vringsveedel. Es ging um ein großes Jubiläum der Bläck Fööss. Gefühlt alle Musiker und Bands, die der Karneval je hervorgebracht hat, waren in dieser eher kleinen Kneipe. Dazu Licht, Ton, Kameras – da passte kein Besenstiel mehr zwischen. Und die Theke war natürlich offen, also „Prost un aff doför!“

Zur Person
Stephan Brings wurde als Bassist an der Seite seines Bruders Peter in der Kölschrock-Band Brings bekannt. Für t-online schreibt er eine regelmäßige Kolumne über alles, was uns Menschen im Rheinland bewegt.
Kölner Karneval: „Dafür hatte Gisbert Baltes ein Händchen“
Gedränge, Gelächter, jeder kennt jeden, es war quasi ein Familientreffen. Es war aber auch immer noch eine TV-Produktion. Die ausgestrahlte Sendung war dann auch sehr authentisch! Das war mehr Fastelovend und viel mehr Kölle, als der Gürzenich jemals sein wird. Dafür hatte Gisbert Baltes ein Händchen. Ich finde, dass solche
Beiträge fehlen. Das ist schade.
Jetzt ist Gisbert nach langer, schwerer Krankheit zu früh gegangen. Das macht uns traurig, wir sind in Gedanken bei seiner Familie. Wenn ich mit dem Rad am „Wirtz“ vorbeifahre, dann ist diese besondere Nacht kurz wieder da. Danke, Gisbert, för die superjeilezick und Deine Unterstützung auf unserem Weg.













