Deutschlandticket
Verkehrsminister Bilger: „Preiserhöhung ist vertretbar“
14.10.2026 – 16:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Die nächste Preisrunde beim Deutschlandticket ist beschlossen. Ab Januar steigt der Preis des Deutschlandtickets um 3,80 Euro pro Monat. Bundesverkehrsminister Bilger hält es trotzdem für ein „richtig tolles Angebot“.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hält die Preiserhöhung beim Deutschlandticket für „vertretbar“. „Die Preiserhöhung ist moderat – und angesichts dessen, was das Deutschlandticket bietet, vertretbar“, sagte der CDU-Politiker t-online. Das Deutschlandticket sei immer noch ein „richtig tolles Angebot“, häufig günstiger als ein Monatsticket im öffentlichen Nahverkehr, und man könne mit Regionalzügen durch ganz Deutschland reisen, fügte er hinzu.
Das Deutschlandticket – ein bundesweit gültiges Monatsabo für den öffentlichen Nahverkehr – wird ab Januar 66,80 Euro kosten statt wie bisher 63 Euro. Das sind 3,80 Euro beziehungsweise rund 6 Prozent mehr als bisher. In den vergangenen Jahren legten Bund und Länder den Preis in langwierigen Verhandlungen fest. 2025 stieg der Preis von ursprünglich 49 Euro deutlich auf 58 Euro pro Monat. In diesem Jahr erhöhte er sich erneut auf 63 Euro.
Um politischen Streit wegen des Ticketpreises zu vermeiden, wird dieser nun auf Grundlage eines Kostenindexes berechnet, der jedes Jahr neu festgelegt wird. Er berücksichtigt unter anderem die Entwicklung bei Kraftstoff-, Personal- und Betriebskosten. Je höher die Inflation, desto teurer wird auch das Deutschlandticket. Für den Preis ab 2027 ist dieses neue Verfahren erstmals zum Einsatz gekommen.
Verkehrsminister Bilger betont: „Dass der Preis für das Deutschlandticket jetzt über einen objektiven Preisindex ermittelt wird und nicht mehr jedes Jahr politisch neu ausgehandelt werden muss, halte ich für eine sehr gute Lösung.“ Die Opposition hingegen kritisiert die Erhöhung. Die Grünen etwa fordern, dass das Deutschlandticket zum früheren Preis von monatlich 49 Euro angeboten wird. Die Linke will eine Neuauflage des 9-Euro-Tickets aus dem Sommer 2022. Die AfD lehnt das Ticket in seiner jetzigen Form ab.

Bilger: Tankrabatt als schnelle Entlastung von Pendlern und Wirtschaft
Bilger verteidigte außerdem, dass die Bundesregierung angesichts der hohen Spritpreise einen neuen Tankrabatt auf den Weg gebracht hat. Mit diesem sollen die Steuern auf Sprit vom 1. Oktober bis zum Jahresende um rund 17 Cent je Liter sinken. „Wichtig ist der Bundesregierung eine schnelle Entlastung von Pendlern und Wirtschaft“, sagte Bilger t-online.
Bilger hatte noch im Sommer einem neuen Tankrabatt eine Absage erteilt. Er begründete dies damals unter anderem damit, dass dieses Instrument sehr teuer und deshalb zunächst ganz bewusst nur für zwei Monate beschlossen worden sei. Nun betonte er: „Ja, der Tankrabatt entlastet vornehmlich die Autofahrer. Aber wir investieren gleichzeitig so viel Geld in die Schiene wie noch nie.“ Das sei kein Widerspruch. „Die meisten Autofahrer fahren auch Bahn und umgekehrt. Es geht nicht um ein Gegeneinander.“















