Oktoberfest 2026
Nach Kritik der Stadt: Teufelsrad-Betreiberin verhüllt Kult-Figuren
28.08.2026 – 04:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Stadt München hat Änderungen an mehreren Figuren des Teufelsrads verlangt. Die Betreiberin setzte die Vorgaben um, kritisiert den Eingriff aber deutlich.
Die Stadt München hat die Betreiberin des Wiesn-Fahrgeschäfts Teufelsrad laut einem Bericht der „tz“ aufgefordert, mehrere ihrer traditionellen Puppen umgestalten zu lassen. Der Vorwurf: zu freizügige Kleidung. Betreiberin Elisabeth Polaczy kam der Forderung nach, kritisiert den Eingriff aber öffentlich.
Am Eingang des Teufelsrads stehen seit 80 Jahren vier Pappmaché-Figuren, die die Wiesn-Gäste begrüßen. Im Herbst vergangenen Jahres erhielt Polaczy laut dem Bericht der „tz“ zusammen mit ihrer Zulassung für die Wiesn 2026 ein Schreiben der städtischen Gleichstellungsstelle für Frauen: Drei der Figuren seien zu freizügig, Ausschnitte zu tief, Röcke zu kurz. Auch der Vorschlag, eine Puppe männlich zu gestalten, war Teil der Kritik. Bereits 2023 hatte die Stadt aus ähnlichen Gründen Übermalungen an anderen Wiesn-Fahrgeschäften veranlasst.
Boandlkramerei auf der Oidn Wiesn streicht „Brandner Kaspar“
Polaczy ließ die Figuren daraufhin neu gestalten: zwei bekamen Blusen und lange Unterhosen, eine dritte ein zusätzliches Top, eine vierte Schuhe. Die Kosten dafür trägt sie selbst. Sie zeigte sich verärgert über den Vorwurf, sexistisch zu handeln, und sagte, sie habe zunächst um ihre Standgenehmigung gefürchtet.
Auch andere Wiesn-Wahrzeichen sind derzeit Streitthema. Am Paulaner-Turm sind die Gesichter der bekannten Kellnerinnen-Parade des Künstlers Emil Kneiß mit schwarzer Folie verhüllt. Ein Urheberrechtsstreit soll hier der Grund sein.
Ein weiterer Eingriff der Stadt betraf in diesem Jahr die Boandlkramerei auf der Oidn Wiesn: Der Betreiberfamilie wurde nahegelegt, ihre tägliche Kurzaufführung des „Brandner Kaspar“ zu streichen, weil sie nicht zum Musikantenzelt passe. Das Stück läuft inzwischen nicht mehr.














