Häftling verschwindet spurlos
Spektakulärer Gefängnisausbruch in NRW
Aktualisiert am 30.08.2026 – 14:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Mitten in der Nacht klettert ein Häftling über die Fassade der JVA Duisburg-Hamborn auf das Dach – und verschwindet spurlos. Wie gelang ihm dieses waghalsige Manöver?
Mit einem hollywoodreifen Ausbruch ist ein 35 Jahre alter Untersuchungsgefangener am frühen Morgen gegen 3.20 Uhr aus der JVA Duisburg-Hamborn entkommen. Das teilte das Justizministerium NRW mit. Von dem Mann gibt es bisher keine Spur, wie ein Sprecher der Duisburger Polizei bestätigte. Die Fahndung laufe.
Der wegen Diebstahlverdachts inhaftierte Mann hatte zuvor ein Versteck im Boden seiner Zelle angelegt. Dann habe er die Feinvergitterung vor dem Fenster beiseite gedrückt, sei durch den sehr schmalen Spalt geklettert und offensichtlich über das Dach geflohen. Der Hohlraum unter dem Linoleumboden war offensichtlich bei den routinemäßigen Zellenkontrollen nicht bemerkt worden. Er sei jetzt aber entdeckt worden, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Werkzeug habe sich in dem Hohlraum nicht mehr befunden.
Außen über die Fassade auf das Dach – und weg
Man könne inzwischen sicher annehmen, dass der Häftling einen Gitterstab vor dem Fenster seiner Zelle zum Innenhof durchgesägt habe. Um die Feinvergitterung vor dem Fenster aufzudrücken, habe er den Zellentisch als Hebel eingesetzt, sagte der Sprecher. Dann sei er offensichtlich über die Fassade auf der Innenseite aufs Dach und auf der Außenseite des Gebäudes auf unbekannte Weise heruntergeklettert.
„Der heutige Ausbruch ist absolut inakzeptabel. Die oberste Priorität hat jetzt die schnelle Ergreifung des flüchtigen Untersuchungshäftlings“, erklärte NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Bündnis 90/Die Grünen). Parallel müsse der Vorfall umfassend aufgeklärt werden.
Häftling wurde zu sechs Jahren verurteilt
Ein Sicherheitsexperte des Ministeriums sei bereits vor Ort in der Anstalt und habe die Ermittlungen aufgenommen. „Wir werden lückenlos aufklären, wie diese Sicherheitslücke entstehen konnte, um aus den Ergebnissen umgehend die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“, kündigte der Minister an.
Der Mann saß laut Ministerium wegen Diebstahlsvorwurfs seit dem 10. Februar in Untersuchungshaft. Zwischenzeitlich sei er aber zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.














