Ermittlungen
SPD-Kandidat Krach unter Druck: Verdacht auf Vorteilsannahme
Aktualisiert am 10.09.2026 – 20:41 UhrLesedauer: 4 Min.
In den Berliner Wahlkampf platzen strafrechtliche Ermittlungen gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach. Der geht in die Offensive. Nun äußert sich die Staatsanwaltschaft Hannover zu den Vorwürfen.
Nach Bekanntwerden der Ermittlungen gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach hat die Staatsanwaltschaft Hannover sich nun erstmals zu den konkreten Vorwürfen geäußert. Es gehe in zwei Fällen um den Anfangsverdacht der Vorteilsannahme, teilte die Behörde am Abend mit. Außerdem werde in einem weiteren Fall wegen des Anfangsverdachts von wettbewerbsbeschränkenden Absprachen bei Ausschreibungen in Tateinheit mit der Verletzung von Geschäftsgeheimnissen und der Verletzung der Geheimhaltungspflicht nach dem Gesetz zu Gesellschaften mit beschränkter Haftung ermittelt.
Krach hatte die Vorwürfe bereits zuvor zurückgewiesen. Die strafrechtlichen Ermittlungen waren am Mittwoch bekanntgeworden, mitten im Berliner Wahlkampf vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September. Die Behörde ließ Büroräume Krachs in Hannover, dessen Wohnung im Berliner Ortsteil Schöneberg und die SPD-Landesparteizentrale in Berlin-Wedding durchsuchen. Dabei sei Krachs Handy sichergestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft nun mit.
Krach war vor dem Berliner Wahlkampf als Regionspräsident in Hannover tätig, hatte sich ab dem 23. März dieses Jahres aber beurlauben lassen.

Krach geht in die Offensive
Stunden bevor sich die Behörde zu den konkreten Tatvorwürfen äußerte, war Krach am Donnerstag in die Offensive gegangen und hatte zu den Ermittlungen umfassend Stellung genommen.
Auf einer Pressekonferenz wies der 47-Jährige den Verdacht der Bereicherung „mit aller Deutlichkeit“ zurück und stellte absolute Transparenz in Aussicht. „Ich habe niemals privat Geld angenommen. Und ich habe auch niemals als SPD-Vorsitzender hier in Berlin eine Spende angenommen“, sagte er. „Ich habe nichts zu verbergen.“ Bei Interesse könnten Ermittler seine Konten einsehen.
Es geht um seine Zeit als Regionspräsident der Region Hannover
Dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sich nun negativ auf den SPD-Wahlkampf auswirken würden, räumte Krach ein. Er wolle eigentlich über inhaltliche Themen und die Herausforderungen für Berlin sprechen, sagte er am Nachmittag. „Das rückt jetzt leider alles in den Hintergrund.“
Konkret gehe es bei den Anschuldigungen nach seiner Einschätzung um ein Vergabeverfahren zur Nachnutzung eines Klinikgeländes in der Region Hannover. Krach war als Regionspräsident Chef des Aufsichtsrates der Klinik. In einem Bieterverfahren konkurrierten zwei Unternehmen um den Zuschlag. Eines davon überwies laut Krach noch während des laufenden Verfahrens eine Spende in Höhe von 9.900 Euro an die Berliner SPD, deren kommissarischer Vorsitzender er zu dem Zeitpunkt bereits war.
Die Spende sei am 29. Dezember 2025 bei der SPD eingegangen, schilderte Krach. „Ich habe am 7. Januar 2026 um 15.11 Uhr die Information durch den Landesgeschäftsführer über diese Spende bekommen. Am 8. Januar um 6.45 Uhr, also keine 24 Stunden später, habe ich per Mail die Weisung erteilt, dass diese Spende nicht angenommen werden darf und sofort zurücküberwiesen werden muss“, so Krach. „Und das ist der Beleg dafür“, fügte er hinzu und hielt ein Schriftstück in die Kameras.














