Ermittlungen
Berliner SPD-Kandidat geht im Spenden-Krimi in die Offensive
Aktualisiert am 10.09.2026 – 15:51 UhrLesedauer: 4 Min.
Eine 9.900-Euro-Spende für die Berliner SPD wird zum Politikum – und das unmittelbar vor der Wahl. Was Spitzenkandidat Steffen Krach dazu sagt und nun vorhat.
Nach dem Wahlkampf-Schock wegen strafrechtlicher Ermittlungen gegen ihn geht der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach in die Vorwärtsverteidigung: Auf einer Pressekonferenz wies der 47-Jährige wenige Tage vor Berlin-Wahl am 20. September den Verdacht der Bereicherung „mit aller Deutlichkeit“ zurück und stellte absolute Transparenz in Aussicht. „Ich habe niemals privat Geld angenommen. Und ich habe auch niemals als SPD-Vorsitzender hier in Berlin eine Spende angenommen“, sagte er. „Ich habe nichts zu verbergen.“ Bei Interesse könnten Ermittler seine Konten einsehen.
Gleichzeitig kündigte er an, in den verbleibenden Tagen bis zur Wahl unvermindert Wahlkampf zu machen. „Ich werde weiter kämpfen um jede Stimme für die SPD“, sagte Krach, dessen Partei in Umfragen ohnehin schlecht dasteht. Gleichzeitig räumte er negative Auswirkungen auf seinen Wahlkampf ein. Er wolle eigentlich über inhaltliche Themen und die Herausforderungen für Berlin sprechen. „Das rückt jetzt leider alles in den Hintergrund.“
Rückhalt aus SPD
Aus seiner Partei bekam Krach Rückhalt. Er habe die volle Solidarität und Rückendeckung, sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) dem RBB. „Und das ist ganz klar, dass wir ihm hier in dieser Situation den Rücken stärken.“ Krach habe eine Geldspende aus Niedersachsen zurückgewiesen, sagte SPD-Fraktionschef Raed Saleh. „Daran erkennt die Fraktion weder eine politische noch eine strafrechtliche Relevanz und findet zudem den zeitlichen Zusammenhang mit demokratischen Wahlen bedenklich.“

Ermittler halten sich bedeckt
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Krach, äußerte sich aber bisher nicht zu konkreten Vorwürfen und verwies auf die Unschuldsvermutung. Am Mittwoch waren mehrere Objekte in Hannover und Berlin durchsucht worden, darunter Krachs Wohnung in der Hauptstadt. Dabei war ihm unter anderem sein Handy abgenommen worden, wie er schilderte. Er geht davon aus, dass ihm Korruption vorgeworfen wird.
Krach war 2021 zum Präsidenten der Region Hannover gewählt worden, ist aber seit geraumer Zeit beurlaubt. Denn im Sommer 2025 folgte er dem Ruf der Berliner SPD, um die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Abgeordnetenhaus zu übernehmen. Krach ist inzwischen auch Co-Vorsitzender der Berliner-SPD.
Spende im Fokus
Hintergrund der Anschuldigungen ist nach seinen Angaben ein Vergabeverfahren zur Nachnutzung eines Klinikgeländes in der Region Hannover. Krach war als Regionspräsident Chef des Aufsichtsrates der Klinik. In einem Bieterverfahren konkurrierten zwei Unternehmen um den Zuschlag. Eines davon überwies laut Krach noch während des laufenden Verfahrens eine Spende in Höhe von 9.900 Euro an die Berliner SPD, deren kommissarischer Vorsitzender er zu dem Zeitpunkt bereits war.















