September 2, 2026 12:40 p.m. CEST

Fehler 5: Kosten für mögliche Pflege außer Acht lassen

Wer im Alter hohe Pflegekosten vermeiden will, sollte frühzeitig vorsorgen und dabei mehrere Bausteine kombinieren. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Kosten. Der Eigenanteil kann schnell mehrere Tausend Euro im Monat betragen und „die gesamte Planung destabilisieren“, sagt Vermögensverwalter Tobias Zauner.

Ein Pflegeheimplatz kostet schnell rund 4.000 Euro im Monat, weiß Oliver Jungmann von der Hoppe Vermögensbetreuung. Nach Abzug der Leistungen der Pflegeversicherung in Höhe von 1.725 Euro bleiben etwa 2.275 Euro monatlich selbst zu zahlen. Über die durchschnittliche Pflegedauer von 8,2 Jahren summiert sich das auf rund 220.000 Euro – Preissteigerungen noch nicht eingerechnet.

Pflegerin und Senior im Rollstuhl (Symbolbild): Ein Pflegeheimplatz in Deutschland kostet im ersten Jahr des Aufenthalts derzeit durchschnittlich 3.245 Euro pro Monat an Eigenanteil. (Quelle: Ridofranz)

Eine Möglichkeit, die hohen Kosten abzufedern, ist es, gezielt Vermögen aufzubauen. Regelmäßige Rücklagen, etwa über Sparpläne in ETFs oder andere Anlagen, können im Pflegefall helfen, die Kosten über Jahre hinweg zu tragen. Entscheidend ist dabei die ehrliche Frage: Reicht mein Vermögen aus und bin ich bereit, es später dafür einzusetzen?

Wer dieses Risiko nicht allein tragen möchte, kann zusätzlich eine Pflegezusatzversicherung abschließen. Besonders sinnvoll ist oft eine Pflegetagegeldversicherung, die im Pflegefall flexibel einsetzbares Geld auszahlt und so das eigene Vermögen schützt.

Die beste Vorsorge ist also meist eine Kombination: finanzielles Polster aufbauen, Risiken realistisch einschätzen und gezielt absichern. So lässt sich vermeiden, dass Pflegekosten später zur finanziellen Belastung für einen selbst oder die Familie werden.

Fehler 6: Steuerliche Fehlplanung

Viele glauben, dass sie in der Rentenphase so gut wie keine Steuern mehr zahlen müssen. Doch hier sollte man genauer hinsehen, sobald eine vermietete Immobilie oder Kapitalvermögen vorhanden ist. „Man sollte daher bei der Kapitalanlage nicht ohne Berücksichtigung der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent kalkulieren“, rät Jürgen Münch von der Fiduka-Depotverwaltung.

Denn je nach persönlicher Situation könnten die Kapitalerträge auch über dem Steuerfreibetrag liegen. „In jedem Fall sollte man prüfen, inwieweit man die abgeführte Abgeltungsteuer über die Steuererklärung zurückholen kann“, so Münch.

Fehler 7: Emotional bei Kursschwankungen reagieren

Im Ruhestand würden Kursschwankungen oft bedrohlicher wirken als während der Erwerbsphase – vor allem, wenn gleichzeitig Geld entnommen wird, erklärt Roland Schmack. Umso wichtiger sei es, in solchen Phasen nicht panisch zu reagieren und vorschnell zu verkaufen. Denn wer Verluste realisiert, nimmt sich die Chance auf eine spätere Erholung der Märkte.

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