Neue Gebühr kommt 2027
Belgien führt Maut ein
15.07.2026 – 10:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Ab 2027 zahlen Autofahrer in Belgien eine digitale Maut – sie gilt auch für Urlauber aus dem Ausland. Wie teuer wird die Gebühr? Und welche Ausnahmen werden gelten?
Das Autofahren in Belgien wird teurer. Die drei Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel haben sich auf eine gemeinsame Maut geeinigt. Die Pflicht gilt für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen.
Onlinekauf und gestaffelte Preise
Die Gebühr betrifft nur das Hauptstraßennetz. In Flandern werden beispielsweise rund 7.000 Kilometer mautpflichtig, während mehr als 61.000 Kilometer lokaler Straßen gebührenfrei bleiben. Von der Maut ausgenommen sind Motorräder und Reisebusse.
Die digitale Vignette können Fahrer über eine Internetplattform oder an Tankstellen erwerben. Das Ticket ist fest an das jeweilige Kennzeichen gebunden. Die Jahrespreise stehen fest: Für Elektroautos werden 90 Euro fällig. Für ältere Verbrenner fallen je nach Euro-Norm bis zu 125 Euro an. Außerdem sind Kurzzeittarife von einem Tag bis zu zwei Monaten geplant. Deren genaue Preise sind jedoch noch nicht festgesetzt.
Kameras jagen Mautsünder
Die Behörden überwachen die Strecken digital mit einer automatischen Kennzeichenerkennung. Nach dem Start am 1. Mai 2027 tritt eine zweimonatige Toleranzphase in Kraft, in der Verstöße straffrei bleiben. Danach gilt: Wer ohne gültige Vignette fährt, zahlt mindestens 70 Euro Bußgeld.
Die juristische Falle der Steuerentlastung
Eine Frage stellt sich: Will Belgien die eigenen Autofahrer auf Kosten von Pendlern und Urlaubern entlasten? Wer das versucht, tappt in eine bekannte EU-Rechtsfalle.
Im Jahr 2019 kippte der Europäische Gerichtshof (EuGH) die deutsche Pkw-Maut aus genau diesem Grund. Damals war geplant, nur inländische Fahrer bei der Steuer zu entlasten, was die Richter als illegale Diskriminierung ausländischer EU-Bürger werteten.
Würde Belgien seine eigenen Bürger bevorzugen, würde den Regionen das gleiche juristische Aus vor dem EuGH drohen.
