Juli 14, 2026 7:00 p.m. CEST

Verbot über 1.600 Metern

Südtirol sperrt wichtige Passstraßen: Diese Fahrer sind betroffen


14.07.2026 – 17:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Schutz für die Alpen: Die Südtiroler Landesregierung stoppt den organisierten Motorsport, um die Natur zu schonen. (Quelle: IMAGO/Stefan Schütz)

Südtirol verbannt Rallyes und Bergrennen von Passstraßen. Für Fahrten über einer Höhe von 1.600 Metern gelten neue Grenzen.

Auf vielen Südtiroler Pässen und Bergstraßen sind organisierte Motorsport-Veranstaltungen ab sofort verboten. Betroffen sind Rallyes, Bergrennen und gemeinschaftlich koordinierte Touren.

Diese Strecken sind betroffen

Die Sperre gilt für alle Gebiete oberhalb von 1.600 Höhenmetern. Auf der Verbotsliste stehen bekannte Routen wie das Stilfser Joch, das Timmelsjoch, der Jaufenpass, das Grödner Joch, das Sellajoch und der Karerpass. Weitere gesperrte Straßen liegen in den Dolomiten, im Gadertal und im Sarntal sowie in mehreren Naturparks. Die Behörden dürfen das Verbot auf weitere Abschnitte ausweiten, wenn es die Sicherheit oder der Straßenzustand erfordern.

Was künftig verboten ist

Untersagt sind alle Wettbewerbe, bei denen es um Platzierungen geht. Das Verbot erfasst aber auch organisierte Ausfahrten ohne Zeitmessung oder Rangliste. Entscheidend ist, wie eine Fahrt angelegt ist: Sobald eine Route vorbereitet, öffentlich beworben oder die Teilnahme koordiniert wird, greift die Sperre.

Das betrifft auch Touren mit Motorrädern und Oldtimern. Gleichmäßigkeitsfahrten gelten als Motorsport, wenn Zeitvorgaben, Kontrollen oder Wertungen eine Rolle spielen und die Teilnehmer sich untereinander vergleichen. Das Verbot unterscheidet nicht nach der Antriebsart. Es gilt für Autos, Motorräder, Kleinkrafträder, landwirtschaftliche Maschinen sowie für Oldtimer und Sammlerfahrzeuge.

Gleichmäßigkeitsfahrt – schnell erklärt

Bei diesen Wettbewerben geht es nicht darum, als Erster ins Ziel zu kommen. Stattdessen müssen die Fahrer eine Strecke in einer bestimmten Zeit oder mit einer exakten Durchschnittsgeschwindigkeit absolvieren.

Warum Südtirol das Verbot erlässt

Die Landesregierung möchte die empfindliche Natur und den fließenden Verkehr schützen sowie die Verkehrssicherheit gewährleisten. Insbesondere das Unesco-Welterbe der Dolomiten und die Naturparks sollen dauerhaft vor zusätzlichen Belastungen bewahrt werden.

Keine Einschränkungen für Touristen

Die Neuregelung gilt nicht für den normalen Straßenverkehr. Private Fahrten und Urlaubsreisen sind weiterhin erlaubt. Bereits erteilte Genehmigungen für Veranstaltungen behalten ebenfalls ihre Gültigkeit.

Wer dennoch ohne Erlaubnis oder entgegen den neuen Vorgaben eine Veranstaltung organisiert, riskiert eine Anzeige. Bei Verstößen drohen Strafen nach dem Südtiroler Landesgesetz über öffentliche Veranstaltungen.

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