Juli 15, 2026 3:51 p.m. CEST

„Superzellen sind nicht ausgeschlossen“

Unwetter mit Starkregen: Eine Region steht im Fokus


Aktualisiert am 15.07.2026 – 13:41 UhrLesedauer: 3 Min.

imago images 0861553857

Eine heftige Unwetterfront, hier in Sachsen: Am Mittwoch ist vor allem der Süden Deutschlands von Unwettern betroffen. (Quelle: IMAGO/Bernd März/imago)

Der Süden Deutschlands kommt nicht zur Ruhe. Wetterexperten rechnen mit neuen Unwettern, Starkregen, Sturmböen und Hagel. Wo es heftig werden kann.

Blitze, Starkregen, tennisballgroße Hagelkörner und Überflutungen: Unwetter haben in Teilen Deutschlands bereits zu Beginn der Woche Chaos angerichtet. Der Flughafen Nürnberg musste seinen Betrieb am Dienstag zeitweise einstellen. Und auch am Mittwoch hält die Unwettergefahr weiter an, warnen Meteorologen. Die Prognosen sehen vorrangig eine Region gefährdet.

Die Wetterlage ist explosiv: Während ein Atlantikhoch warme bis heiße Luft Richtung Süddeutschland bringt, wabert in der Höhe ein Tief umher, dessen Weg laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) nur schwer vorhergesagt werden kann. Die Wetterexperten schreiben: „Es ist ein bisschen wie mit dem Fettauge in der Suppe: Es ist da, aber kleinste Impulse reichen für eine unvorhergesehene Verlagerung.“

  • Die Hitzeglocke bricht: Wetterlage in Deutschland kippt
  • Wassersparen: Millionenstadt verbietet Rasensprengen

Unwetter: Prognosen warnen für den Süden – Sturm zieht auf

Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer des Wetterdienstes Q.met, sagt t-online: „Die Luft ist regelrecht mit Energie und Wasserdampf aufgeladen. Wenn eine solche Luftmasse ins Rutschen kommt, entlädt sie sich nicht in harmlosen Schauern, sondern in hochreichenden Gewitterzellen, die extrem viel Wasser auf kleinstem Raum abladen.“

Die Wetterlage in Deutschland: Ein Höhentief bringt instabile Luftmassen mit sich, die zu Gewittern führen können. (Quelle: DWD)

Dabei ist das Unwetterrisiko in Deutschland am Mittwoch sehr ungleich verteilt: Während es im Norden trocken und oft freundlich bleibt, könnte es im Süden ernst werden. „Der Tag dreht ab dem Nachmittag“, so Jung. Vor allem entlang und südlich der Donau sei mit heftigem Starkregen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter zu rechnen, örtlich auch mehr. „Das ist die Hauptgefahr“, warnt Jung. Straßen drohen, überflutet zu werden, Keller können volllaufen, Bäume umstürzen. Denn auch heftige Hagelschauer und Sturmböen seien erneut zu erwarten, sagt Jung. Der Wetterexperte rät, Freizeitaktivitäten im Süden zu vermeiden. „Am Berg und am Wasser ist so eine Zelle innerhalb von 20 Minuten da.“

Am frühen Nachmittag rief der DWD bereits amtliche Unwetterwarnungen der Stufe 3 von 4 aus. Für mehrere Kreise westlich von München galt Warnstufe Rot. Gewarnt wurde vor „Lebensgefahr“, Hagel mit Korngrößen bis zu drei Zentimeter und Starkregen könne niedergehen, hieß es.

Für Teile Süddeutschlands gelten amtliche Unwetterwarnungen (Stand 13.40 Uhr): Der DWD warnt vor Starkregen und Hagel. (Quelle: DWD)
Aktie.
Die mobile Version verlassen