September 12, 2026 1:58 a.m. CEST

Die Vorteile von Garantieprodukten

Das Verkaufsargument für Garantieprodukte ist klar: Sicherheit. Wer Wertschwankungen möglichst vermeiden möchte und die Gewissheit braucht, sein eingezahltes Geld am Ende weitgehend oder vollständig wiederzusehen, findet in einem Garantieprodukt genau das.

  • Planungssicherheit: Sie wissen von Beginn an, welcher Anteil Ihrer Einzahlungen Ihnen zu Rentenbeginn mindestens zur Verfügung steht.
  • Schutz vor Kursverlusten: Anders als beim Altersvorsorgedepot muss man nicht befürchten, dass ein Börsencrash kurz vor dem Ruhestand einen großen Teil des Vermögens vernichtet. Allerdings relativiert sich dieses Risiko über einen langen Anlagezeitraum.
  • Verlässliche Auszahlung im Alter: Gerade eine lebenslange Rente aus einem Garantieprodukt bietet ein hohes Maß an Berechenbarkeit.

Die Nachteile und Risiken

So beruhigend die Sicherheit klingt, sie hat einen erheblichen Preis. Die Garantie geht zulasten der Rendite, und viele klassische Garantieprodukte gelten zudem als vergleichsweise teuer. Verbraucherschützer und Finanzexperten stehen ihnen für den langfristigen Vermögensaufbau daher eher skeptisch gegenüber.

  • Geringere Renditechancen: Um die Garantie zu gewährleisten, muss der Anbieter einen Großteil des Geldes in sichere, aber kaum verzinste Anleihen statt in renditestarke Aktien anlegen. Über lange Zeiträume dürfte ein Garantieprodukt daher meist deutlich weniger einbringen als ein langfristig ausgerichtetes Altersvorsorgedepot.
  • Häufig hohe Kosten: Viele klassische Garantieprodukte weisen hohe Abschluss- und Verwaltungskosten auf, die die Rendite zusätzlich schmälern.
  • Inflationsrisiko: Bleiben am Ende tatsächlich nur die eingezahlten Beiträge übrig, ist nichts gewonnen – im Gegenteil. Durch die Inflation geht sogar real Geld verloren. Die als „Sicherheit“ angepriesene Beitragsgarantie wäre dann also ein Verlustgeschäft.

Zukünftiger Wert63.636 €

Wertverlust6.364 €

Was kostet ein Garantieprodukt?

Die Kosten hängen stark vom Anbieter und der Art des Vertrags ab. Einen Kostendeckel von 1,0 Prozent pro Jahr wie beim Standarddepot gibt es nicht. Die möglichen höheren Kosten können deutlich an der Rendite zehren. Vor einem Abschluss sind deshalb drei Punkte zu prüfen: die Höhe der garantierten Leistung, die anfallenden Kosten und die realistisch erwartbare Rendite. Erst im Zusammenspiel dieser drei Faktoren zeigt sich, ob sich ein Garantieprodukt lohnt.

Für wen eignen sich Garantieprodukte – und für wen nicht?

Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Garantieprodukte in vielen Fällen die schwächere Wahl. Eine reine Beitragserhaltungsgarantie sichert nur den nominalen Wert der Einzahlungen ab, nicht deren Kaufkraft. Über Jahrzehnte kann die Inflation diese garantierte Summe erheblich entwerten. Wer 30 Jahre Zeit hat und Schwankungen aushält, fährt mit einem Altersvorsorgedepot meist deutlich besser. Für Einsteiger am Kapitalmarkt empfiehlt sich dann ein günstiges Standarddepot.

Sinnvoll sein können Garantieprodukte dagegen vor allem für Menschen, die

  • nur noch einen kurzen Anlagehorizont bis zum Ruhestand haben, sodass ein Kurseinbruch kurz vor der Auszahlung nicht mehr ausgeglichen werden könnte,
  • Kursschwankungen psychologisch kaum aushalten und Gefahr laufen, in einer Krise panisch zu verkaufen,
  • oder über die reduzierte 80-Prozent-Garantie einen Mittelweg aus Sicherheit und Renditechance suchen.

Fazit: Worauf man achten sollte

Garantieprodukte bieten oft nur eine vermeintliche Sicherheit. Wichtig ist die Frage, gegen welches Risiko man sich eigentlich absichert. Eine reine 100-Prozent-Garantie schützt nur den Nominalwert der Einzahlungen – über Jahrzehnte kann davon real wenig übrig bleiben. Für den langfristigen Vermögensaufbau raten viele Fachleute deshalb zu einer kapitalmarktnahen Lösung.

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