September 4, 2026 7:18 p.m. CEST

Stromversorgung

Reul: SEK stürmt Fahrzeug des Sabotage-Verdächtigen

Aktualisiert am 04.09.2026 – 18:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Laut NRW-Innenminister Herbert Reul gibt es Entwicklungen bei der Suche nach dem Sabotage-Verdächtigen. (Quelle: Christoph Reichwein/dpa/dpa-bilder)

Sabotageversuche gegen das deutsche Stromnetz sorgen für Aufsehen, es gibt Bekennerschreiben. Das Fahrzeug des Verfassers hat die Polizei gefunden – doch er selbst ist flüchtig.

Die Polizei hat laut NRW-Innenminister Herbert Reul das Fahrzeug des Mannes gestürmt, der mehrerer Sabotageaktionen gegen die deutsche Stromversorgung verdächtigt wird. Der Zugriff sei in Niederzier bei Düren (NRW) erfolgt, sagte der CDU-Politiker in Düsseldorf. Jetzt sei der Mann vermutlich zu Fuß unterwegs und werde nicht weit kommen. Zuvor hatte „Bild“ über den Zugriff berichtet.

Wagen im Wald gefunden

Das Fahrzeug des Verdächtigen habe im Wald gestanden, sagte der Leiter der Staatsschutz-Abteilung im nordrhein-westfälischen Innenministerium, Markus Gemünd. Ein Spezialeinsatzkommando habe es gestürmt. Der Mann habe sich aber nicht in dem Wagen befunden. Jetzt werde das Fahrzeug auf Spuren durchsucht.

Bei einer Pressekonferenz hatte Reul zuvor gesagt, bei dem 48-jährigen Verdächtigen sei Sprengstoff gefunden worden. In der Wohnung des Mannes in Gevelsberg gebe es klare Sprengstofffunde. Es habe sich um die Stoffe Kaliumnitrat und Kaliumperchlorat gehandelt, hießt es später ergänzend.

Reul: Absender muss nicht der Verantwortliche sein

Laut Reul gibt es keine weiteren Indizien, dass der Mann besonders gefährlich sei. Sein Bekennerschreiben sei authentisch. Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Einzeltäter und um „Klimaterrorismus“.

Reul sagte: „Wir prüfen, ob der Verfasser tatsächlich mit den Taten zu tun hat. Wir prüfen, ob er allein gehandelt hat oder ob andere beteiligt waren.“ Stand jetzt bewerte man die Briefe als authentisch. Er warnte aber auch: „Wenn jemand seinen Namen druntersetzt, ist er nicht zwingend der Verantwortliche.“ Man prüfe, ob der Mann allein gehandelt habe und ob es Verbindungen zu Vorfällen in Brandenburg gebe.

Was passiert war

Es gab in dieser Woche mindestens zwei Sabotageversuche mit Bezug zur Stromversorgung. Zuletzt sorgten Vorkommnisse in Nordrhein-Westfalen für Aufregung. So wurde an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf ein verdächtiger Gegenstand entdeckt, laut Polizei möglicherweise eine Abschussvorrichtung.

Am Kraftwerk Weisweiler bei Aachen und einem Umspannwerk in Eschweiler durchkämmte die Polizei am Freitag mit zahlreichen Kräften die Umgebung, weil der Ort in einem Bekennerschreiben genannt worden war. Es gibt zwei Briefe, die von dem gesuchten Mann aus Gevelsberg bei Hagen stammen sollen. Darin hatte der Mann die jüngsten Angriffe auf das Energienetz in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen für sich reklamiert.

Pyrotechnik gefunden

Am Dienstagmorgen hatten Unbekannte zunächst in Brandenburg in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde einen Angriff auf die Stromversorgung gestartet. Abends kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln.

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