Exklusive Umfrage
Mehrheit für mehr Schutz vor Putins Bedrohungen
Aktualisiert am 04.09.2026 – 13:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Sabotagewelle verunsichert die Bevölkerung. So dringen die Bundesbürger auf eine bessere Vorsorge vor Anschlägen. Auch die Furcht vor einer anderen Bedrohung wächst.
Nach einer Reihe von Sabotageakten auf Umspannwerke in Deutschland nimmt in der Republik die Furcht vor hybriden Bedrohungen auf die kritische Infrastruktur zu. Laut einer Civey-Umfrage für t-online befürworten 77 Prozent der Befragten ein entschiedeneres Vorgehen der Bundesregierung, 14 Prozent zeigten sich in der Frage unentschieden, 9 Prozent lehnten weitere Maßnahmen ab. Am Größten ist die Sorge demnach in der Rentner-Generation der über 65-Jährigen (67 Prozent), am geringsten in der Kohorte der 18-29-Jährigen. (59 Prozent).
Parteipolitisch betrachtet ist die Unterstützung für striktere Maßnahmen gegen die neue Form der Bedrohungen mit rund 80 Prozent am größten in der Anhängerschaft von Union, SPD und Grünen, am geringsten bei der Basis der AfD (58 Prozent) und BSW (38 Prozent).
Zuvor hatte der Katastrophenschutzexperte Joachim Broemme der Bundesregierung schwere Versäumnisse vorgehalten. Der frühere Chef der Berliner Feuerwehr sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Es kann doch nicht sein, dass erst ein Flugzeug explodieren muss, damit die letzten Schnarchnasen aufwachen.“
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenamtschef Johann Wadephul hatten zuvor Russland für eine Drohnenattacke auf den Flughafen Leizpzig/Halle verantwortlich gemacht und Sanktionen gegen das Land wie die Schließung des Russischen Hauses in Berlin verkündet. Die Einstufung hatte zu diplomatischen Reibereien zwischen Deutschland und der Regierung des russischen Staatschefs Wladimir Putin geführt.
Im Umfeld war es zu mehreren Sabotageakten auf Umspannwerke gekommen, zuletzt am Freitag in Niedersachsen. Die Hintergründe sind unklar. Der Experte Joachim Krause, ehemaliger Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik der Universität Kiel, hatte t-online erklärt: „Die Ukraine attackiert Ziele in Russlands Hinterland, nun schlägt Putin zurück, auch gegen die Unterstützer der Ukraine. Das sind Angriffe auf die Infrastruktur wie Umspannwerke oder Attacken auf Rüstungsfabriken und Nachschublinien.“
Wachsende Sorge vor russischem Angriff
So nimmt in der Bevölkerung die Sorge vor einem russischen Angriff auf die Nato in den kommenden fünf Jahren zu. Laut der Civey-Umfrage für t-online erachten 49 Prozent der Befragten die Gefahr eines russischen Angriffs auf das Bündnisgebiet als groß, 38 Prozent als gering, 13 Prozent äußerten sich unentschieden.
